Telemedizin

"Die einweisenden Ärzte sollen sehen können, wie wir Patienten behandeln"

Einweiserportale verbessern die Kommunikation zwischen Praxen und Kliniken. Jetzt hat iSoft eine Lösung vorgestellt.

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FRANKFURT (ger). Kurz vor der Medica haben die Software-Unternehmen iSoft und Microsoft eine gemeinsam entwickelte Portallösung für Klinikeinweiser vorgestellt. Die Pilotanwendung läuft bereits im evangelischen Krankenhaus in Unna. "Über das Portal können Ärzte die Daten ihrer Patienten zu jeder Zeit einsehen, wenn der Patient das erlaubt", beschrieb Peter Goerdeler, Verwaltungsleiter des Krankenhauses, die Funktionsweise des Portals. "Die Einweiser sollen sehen können, wie wir die Patienten behandeln", so Goerdeler weiter. Das schaffe mehr Transparenz und auch Vertrauen. Bei der Entlassung des Patienten liegen zudem die Daten dem Arzt bei Bedarf sofort vor. "Das soll auch Doppeluntersuchungen vermeiden", sagte Goerdeler.

Eine weitere Funktion des Einweiserportals ist es, dass Ärzte direkt Betten in der Klinik buchen können. In der nächsten Stufe soll es auch möglich sein, dass die Vorbefunde auf diesem Weg online übermittelt werden. Auf längere Sicht ist es geplant, einrichtungsübergreifende Behandlungspfade aufzusetzen, um eine wirklich sektorübergreifende Versorgung der Patienten zu erreichen.

Zunächst soll das Portal in Unna Ärzten angeboten werden, die viele Patienten in die Klinik einweisen. Die Mediziner brauchen dafür lediglich eine sichere Internet-Verbindung und einen Standard-Internetbrowser.

Die Klinik habe etwa 30 000 Euro investiert, erläuterte Goerdeler, wobei sie als Pilotanwender einen günstigen Preis bekommen habe. "Wir investieren das Geld nicht so sehr, um Kosten zu senken, sondern um unsere Erlöse zu sichern", beschrieb Goerdeler die Motivation der Klinik. Es gehe letztlich um eine Bindung der Einweiser - ohne die umstrittenen Zuweiserprämien.

Die Lösung sei gemeinsam mit Microsoft für den weltweiten Markt in Deutschland entwickelt worden, sagte Peter Herrmann, Managing Director von iSoft für Kontinentaleuropa. Die Portallösung sei stark gefragt: "Bei der Medica haben wir mehr als 100 Termine mit Kunden zu dem Thema."

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