Anlagen-Kolumne

Facebook-Flop und Co.: Kaum Lichtblicke an den Börsen

Börsianer haben es derzeit nicht leicht. Nach dem schlechten Debüt der Facebook-Aktie gibt es nun auch wegen der Verschuldung in Spanien kaum Hoffnungsträger für Anleger.

Von Dr. Jens Ehrhardt Veröffentlicht: 02.06.2012, 13:13 Uhr

An den Börsen ist es derzeit schwer, Geld zu verdienen. Emissionsflop Facebook ist dabei eine besonders bittere Erfahrung für viele Anleger geworden - vor allem in den USA. Zwischenzeitlich stand die viel zu teure Aktie sogar 60 Prozent über dem aktuellen Niveau von 28 US-Dollar und hat somit massiv an Vertrauen verloren.

Aber nicht nur die Aktienmärkte sind seit März angeschlagen, auch das Gold und der Euro durchbrechen eine wichtige Marke nach der anderen. Der Euro hat beim "Abwertungswettlauf" gegenüber dem US-Dollar die Nase vorn.

Neben den Notenbankaktionen, die den Wert beider Währungen Schritt für Schritt untergraben, kommt in Europa noch die Problemzuspitzung in den Peripherieländern hinzu.

Seit Monaten zeichnet sich ab, dass nach Griechenland nun auch Spanien mit seiner Verschuldung zu einem ernsten Problem werden wird und wahrscheinlich den Rettungsschirm strapazieren muss. Entsprechend leidet mit jeder neuen Nachricht der Euro.

Ein besseres Maß für die Schwäche der Papierwährungen ist allerdings der Vergleich zum Gold. Sowohl Euro als auch US-Dollar lassen wenig Zweifel daran, dass das Papiergeldsystem auf ernsthafte Probleme zusteuert.

Viele deutsche Firmen profitieren von Euroschwäche

Von der aktuellen Euroschwäche profitieren allerdings viele deutsche Unternehmen, da dadurch unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte im Ausland erheblich gesteigert wird.

Den US-Exporteuren dürften Gewinnsteigerungen dagegen zunehmend schwerer fallen. Für viele chinesische Unternehmen trifft dies ebenfalls zu, denn sowohl der Yuan als auch der Hongkong-Dollar sind an den US-Dollar gekoppelt.

Trotz der niedrigen Bewertung der chinesischen Unternehmen dürften die Aktienkurse dadurch vorerst weiter gebremst werden. Hinzu kommt, dass die erwarteten Stimulierungsmaßnahmen in China wohl noch länger auf sich warten lassen.

Die Signale, die aus der Politik dazu kommen, sind nicht eindeutig. Da aber die Börse in letzter Zeit vor allem durch Rettungs- und Stimulierungsmaßnahmen getragen wird, gibt es im Moment kaum Lichtblicke, denn auch in den Vereinigten Staaten verlangsamt sich das Geldmengenwachstum deutlich und verspricht wenig Rückenwind für das zweite Halbjahr.

In Europa sind dagegen wenigstens die Bewertungen der Unternehmen deutlich günstiger, was für das Chance/Risiko-Verhältnis in Europa spricht.

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