KV Westfalen--Lippe

Fehlverhalten verschwindend gering

Im KV-Bezirk Westfalen- Lippe fällt die Fehlverhaltensstatistik der zurückliegenden zwei Jahre erfreulich aus: Gerade einmal 20 relevante Pflichtverstöße ließen sich konstatieren.

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DORTMUND. In den Jahren 2014 und 2015 musste die "Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen" nach Paragraf 81a Sozialgesetzbuch V bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) insgesamt 53 neuen Vorwürfen nachgehen. "Die neuen Vorgänge beruhen überwiegend auf anonymen Eingaben, Hinweisen hier aus dem Haus oder von Krankenkassen", berichtete der KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden anlässlich der Vertreterversammlung zu Monatsbeginn in Dortmund.

In 34 Fällen zielte der Vorwurf auf Falschabrechnung beziehungsweise Abrechnungsbetrug. In sieben Fällen ging es um unzulässige Kooperationen, in sechs Fällen um ungenehmigte Filialpraxen. Zur Klärung der Vorwürfe holten die zuständigen Mitarbeiter Stellungnahmen der betroffenen Ärzte ein und werteten die Abrechnungsdaten und die Daten zu Arznei-, Heil- und Hilfsmittelverordnungen der Krankenkassen aus, erläuterte Dryden. Darüber hinaus gab es Gespräche mit den Betroffenen unter Mitwirkung ehrenamtlich tätiger Ärzte.

Aus den Jahren 2012 und 2013 waren im Berichtszeitraum noch 33 Vorgänge anhängig. Insgesamt konnte die Stelle 55 Vorgänge abschließen. "Dabei hatte sich der Vorwurf in 33 Fällen nicht bestätigt", sagte er. Zwei weitere Fälle wurden von einem anderen Geschäftsbereich der KVWL abschließend bearbeitet. Damit gab es im Berichtszeitraum lediglich 20 "relevante Pflichtverstöße". "Elf Mal schlossen sich Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft, sechs Mal Disziplinarverfahren und 13 Mal Honorarrückforderungen an", berichtete der KVWL-Chef. Die Honorarrückforderungen beliefen sich auf insgesamt 322.246 Euro.

Ende 2015 waren bei der Stelle noch 31 offene Fälle anhängig. Im Berichtsraum 2014/2015 waren 38 Hinweise eingegangen, die kein Prüfverfahren ausgelöst haben.

Die KVWL habe über 14.000 Mitglieder, betonte Dryden. "Die an der Gesamtzahl unserer Mitglieder sehr geringe Anzahl tatsächlich relevanter Pflichtverstöße lässt die westfälisch-lippische Ärzteschaft in einem deutlich besseren Licht erscheinen, als es manche Berichterstattungen glauben machen wollen." (iss)

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