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ANLAGEN-KOLUMNE

Frühjahrsputz: Schwächelnde Aktien sollten raus aus dem Depot

Nichts ist an der Börse so vergänglich wie klangvolle Namen. Die Börsengeschichte ist voll von Beispielen für den Aufstieg und Fall ganzer Branchen wie auch einzelner Unternehmen.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Beispiel Deutsche Telekom: Wer bei der letzten Telekom-Platzierung im Sommer 2000 mit von der Partie war, ist mit 64 Euro pro Aktie bedient worden. Gemessen an dem historischen Hoch von 104 Euro im März 2000 war das fast schon ein Schnäppchen. Aus heutiger Sicht stellt sich das freilich ganz anders dar. Der Kurs von 64 Euro wird erst wieder bei einem Indexstand von etwa 40 000 erreicht - vorausgesetzt, die T-Aktie läuft so wie der deutsche Leitindex. Das aber war in den vergangenen fünf Jahren nicht der Fall.

Auch die Aktien des Handy-Pioniers Nokia, des Netzwerkspezialisten Cisco Systems, des Chipherstellers Infineon und selbst des Softwaregiganten Microsoft notieren noch immer zwischen 70 und 90 Prozent unter ihren einstigen Höchstständen zur Jahrtausendwende. Zwar erholten sich die stark gebeutelten Technikaktien nach dem Platzen der Blase.

Doch selbst die Blue Chips der IT- und K-Branche schafften es in der Folge nicht, den Weltaktienindex zu schlagen, denn die Anlagefavoriten haben inzwischen gewechselt. Deshalb: "Setze nie auf Aktien, über die jeder spricht". Sie sind nie billig. Besser ist es, fundamental günstige Aktien zu kaufen, die noch nicht die Titelseiten der Zeitungen füllen.

Was für die Technologieblase gilt, gilt auch für manche Aktien in anderen Branchen. Vor ziemlich genau zehn Jahren war etwa der Pharmakonzern Pfizer nicht zuletzt wegen Viagra® buchstäblich in aller Munde. Die Pfizer-Aktien haben dennoch seitdem auf Eurobasis mehr als 60 Prozent verloren.

Weit weniger Substanz hatten Werte aus der zweiten Reihe wie etwa EPCOS, MorphoSys, CMGI, Intershop, EM.TV und T-Online. Falls es die einstigen Hochflieger überhaupt noch gibt, notieren sie meist 90 Prozent oder mehr unter ihren Höchstkursen.

Wenn sich Anleger von solchen Ladenhütern nicht trennen wollen, weil sie auf eine Aufwärtsbewegung hoffen, sollten sie diese zumindest doch von den guten und strategischen Positionen separieren. Wer mehr als drei Restposten hat, lagert diese am besten in ein eigenes Restedepot aus. Meist zeigt sich, dass diese Restedepots nicht einmal mit ganz normalen Index-Investments mithalten können.

Fazit: Wenigstens einmal im Halbjahr sollte man sein Depot ausmisten. Wer im Falle des Falles nicht mit Verlust verkaufen kann, sollte keine Aktien halten. Für solche Anleger empfiehlt es sich das Geld in die Hände eines unabhängigen Vermögensverwalters zu geben oder in einen bewährten Investmenfonds zu investieren.

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