Direkt zum Inhaltsbereich

Für Praxen gilt jetzt eine neue Heilmittel-Richtlinie

Der GBA lockert die Spielregeln für die langfristige Verordnung von Heilmitteln. Nun dürfen Ärzte bei Patienten mit schweren funktionellen Störungen auch über ein Jahr verordnen.

Veröffentlicht:
Nach der neuen Richtlinie dürfen die Verordnungen länger gelten.

Nach der neuen Richtlinie dürfen die Verordnungen länger gelten.

© Dmitriy Shironosov / shutterstock

NEU-ISENBURG (reh). Seit 1. Juli ist die neue Heilmittel-Richtlinie in Kraft. Einer der wesentlichen neuen Punkte steckt in Paragraf acht der Richtlinie: Demnach können Vertragsärzte bei Patienten mit schweren, dauerhaften funktionellen und strukturellen Schädigungen auch außerhalb des Regelfalles Heilmittel langfristig - über die Dauer eines Jahres hinaus - verordnen.

Und zwar ohne dass sie dies gesondert begründen müssen. Allerdings benötigen die Patienten für die Dauerverordnung eine Genehmigung ihrer Kassen.

Mit der neuen Richtlinie setzt der GBA die geplante Entbürokratisierung in der Heilmittel-Verordnung nun um. Änderungen ergeben sich zudem für die Ergotherapie (Paragraf 12, Abs. 7): Hier kann künftig die Verordnungsmenge je Verordnungsblatt auch auf zwei vorrangige Heilmittel aufgeteilt werden, soweit der Heilmittelkatalog dies vorsieht.

Dabei darf allerdings die maximale Verordnungsmenge je Verordnungsblatt und die Gesamtverordnungsmenge insgesamt nicht überschritten werden. Und: Die gleichzeitige Verordnung von Heilmitteln aus den Abschnitten D, E, F und G der Heilmittel-Richtlinie ist bei entsprechender Indikation zulässig. Die Heilmittel müssen aber auf getrennten Vordrucken verordnet werden.

Die Änderung von Absatz 3c in Paragraf 19 stellt laut der KV Brandenburg zudem klar, dass die KG-Mukoviszidose (KG-Muko) nicht mehr nur zur Behandlung von pulmonalen Schädigungen bei einer vorliegenden Mukoviszidose verordnet werden kann. Sie sei auch bei anderen schweren Lungenerkrankungen, die sich von der Leitsymptomatik ähnlich wie eine Mukoviszidose präsentieren, verordnungsfähig.

www.g-ba.de/informationen/richtlinien/12/

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesetzliche Krankenversicherung

Ausgaben der Krankenkassen: GKV-Sparpaket führt 2027 zur Vollbremsung

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© FOMF

Forum für medizinische Fortbildung

Eviplex: KI-gestützte Recherche speziell für den medizinischen Alltag

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Lesetipps
Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt