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Geriatrie: Kliniken schreiben Vernetzung groß

Die Kliniken des Bezirks Oberbayern mit über 3000 Betten haben sich auf die steigende Zahl alter Patienten mit psychiatrischem Behandlungsbedarf eingerichtet.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Psychiatrische Erkrankung im Alter? In Oberbayern haben sich auf den zunehmenden Bedarf in den kommenden Jahren eingestellt.

Psychiatrische Erkrankung im Alter? In Oberbayern haben sich auf den zunehmenden Bedarf in den kommenden Jahren eingestellt.

© Alta.C / fotolia.com

MÜNCHEN. Um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gerecht werden zu können, haben die Kliniken des Bezirks Oberbayern (KBO) in den vergangenen Jahren im Bereich der Geriatrie und der Gerontopsychiatrie Versorgungsstrukturen entwickelt, die den klinischen und den ambulanten Bereich umfassen.

Die Zahl der älteren und hochbetagten Patienten, die eine gerontopsychiatrisch-geriatrische Versorgung benötigen, werde angesichts der höheren Lebenserwartung in den kommenden Jahren dramatisch steigen, erklärte KBO-Vorstandsmitglied Dr. Margitta Borrmann-Hassenbach am Rande einer Fachtagung in München.

Im vergangenen Jahr seien in den Kliniken des Bezirks Oberbayern rund 7600 ältere und hochbetagte Patienten versorgt worden. In den nächsten zehn Jahren werde sich die Zahl der Alterspatienten mit akutem psychiatrischem oder psychosomatischem Behandlungsbedarf nahezu verdoppeln.

Schon jetzt bieten die Kliniken nach Angaben von Borrmann-Hassenbach eine auf die Bedürfnisse dieser Patienten abgestimmte ganzheitliche Versorgung. Besonders wichtig sei dabei auch die Vernetzung mit den Hausärzten und außerklinischen Partnern.

Aus dem Leuchtturmprojekt "Integrierte Demenzversorgung in Oberbayern" des Bundesgesundheitsministeriums, an dem sich die Kliniken mit mehreren Hundert älteren Demenzpatienten beteiligten, seien wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung von wirksamen integrierten ambulanten Versorgungsangeboten gewonnen worden.

Leider seien die Krankenkassen nach dem Ende des Modellprojektes nicht in der Lage, eine integrierte Versorgung trotz der anerkannten Erfolge mitzufinanzieren, bedauerte Borrmann-Hassenbach.

Ein Schritt in Richtung einer besseren Versorgung sei die Integration einer geriatrisch-gerontopsychiatrischen Station in ein Allgemeinkrankenhaus, erklärte Dr. Norbert Braunisch, Ärztlicher Direktor der Lech-Mangfall-Kliniken am Krankenhaus Agatharied.

So sei es möglich, einen Patienten mit Demenz, der beispielsweise wegen einer Oberschenkelhalsfraktur operiert werden muss, unter Berücksichtigung seiner psychiatrischen Symptomatik interdisziplinär im gleichen Haus zu versorgen.

http://www.kbo-ku.de/

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