Daddeln, Lotto & Co

Glücksspielsucht: Neues Therapieangebot bei Medizinischer Hochschule Hannover

Die ambulante Therapie für Erwachsene findet laut MHH einmal pro Woche statt und dauert etwa acht Wochen. Das Angebot werde wissenschaftlich evaluiert.

Veröffentlicht:
Alleine schaffen es viele Daddler nicht mehr aus ihrer Spielsucht heraus. Hier will die MHH ab Januar ein niedrigschwelliges Angebot für Erwachsene bereithalten.

Alleine schaffen es viele Daddler nicht mehr aus ihrer Spielsucht heraus. Hier will die MHH ab Januar ein niedrigschwelliges Angebot für Erwachsene bereithalten.

© Carsten Rehder / dpa (Symbolbild mit Fotomodell)

Hannover. Lotto, Toto, Poker oder Glücksspiel im Casino können abhängig machen. Darum bietet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), wie sie am Donnnerstag mitteilte, ab Januar 2024 erwachsenen Patientinnen und Patienten ein spezielles Training gegen die Glücksspielsucht an.

Für die Betroffenen gebe es bisher zwar Selbsthilfegruppen, aber kaum Therapieangebote. Vor allem fehlten Therapieangebote für Erwachsene, sagt PD Dr. Alexander Glahn von der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH.

Glücksspielsüchtige Menschen neigten dazu, das Suchtproblem zu verdrängen. Oft scheuten sie sich davor, professionelle Hilfe anzunehmen, so die MHH. Hier solle die niedrigschwellige Therapie greifen. Es sei für Menschen in allen Krankheitsstadien gedacht.

In der Gruppentherapie lernten die betroffenen Männer und Frauen, wie sie sich selber besser steuern können und die Verhaltens-Exzesse reduzieren können.

Metakognitives Training soll es richten

Die Therapie bestehe aus acht Modulen des Metakognitiven Trainings, erklärt die Psychologin und Gruppenleiterin Christiane Kraft. „Bei dem Training geht es et darum, die eigenen Denkverzerrungen aufzudecken und zu korrigieren“, erklärt Kraft.

So setzen sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie sie Wahrscheinlichkeiten im Glücksspiel wahrnehmen, oder wie sie erfolgreiches beziehungsweise erfolgloses Handeln im Glückspiel für sich begründen.

Hinzu treten Module zum Umgang mit dem Spieldrang, der Schuldenregulierung und mit der Rückfallverhinderung. Ein Zusatzmodul behandelt das Thema Spielsucht und Depressionen.

Ambulante Therapie von acht Wochen

Die ambulante Therapie für Erwachsene findet einmal pro Woche statt und dauert etwa acht Wochen, so die MHH. Das Angebot werde wissenschaftlich evaluiert. Die Teilnahme an der Studie sei aber nicht zwingend erforderlich.

Laut des aktuellen „Glücksspielatlas 2023“ des Bundesdrogenbeauftragten nahmen 30 Prozent der Menschen in Deutschland 2021 an Glücksspielen teil. Von allen Glücksspielenden haben 7,7 Prozent eine Glücksspielstörung, das heißt, 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind glücksspielsüchtig.

Vier von zehn Teilnehmenden an Glücksspielautomaten weisen eine Glücksspielstörung auf, so der Atlas weiter. Kein Wunder, dass die Nachfrage von Online-Glücksspielenden nach ambulanten Hilfsangeboten in den vergangenen Jahren stark angestiegen sei. (cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe