Anlagenkolumne

Gold glänzt lange nicht so hell wie Schweizer Franken

Zur Stabilisierung des Depots kann sich eine Diversifizierung lohnen. Dafür kommt nicht nur Gold in Frage, sondern auch die Währung eines Nachbarn.

Von Von Richard Haimann Veröffentlicht: 30.01.2020, 15:41 Uhr

Die Aktienmärkte sind seit 2010 gut gelaufen, der deutsche Leitindex Dax hat seither um 135 Prozent zugelegt. Viele Investoren trauen dem dauernden Bergauf jedoch nicht mehr, sie werden langsam nervös. Entsprechend volatil sind die Börsen. Negative Nachrichten von den Handelskonflikten zwischen den USA einerseits, China und Europa andererseits, vom Brexit oder jetzt das Coronavirus drücken schnell auf die Kurse. Der Rat vieler Experten lautet daher: Anleger sollten zum Schutz ihres Portfolios fünf bis zehn Prozent ihres Vermögens in Gold oder Schweizer Franken investieren. Bei den Börsencrashs von 2001 und 2008 waren der Preis des Edelmetalls und der Wert der eidgenössischen Währung rapide in die Höhe geschnellt.

Aber: Niemand weiß, wann der nächste Crash kommt. Und solange lässt sich zumindest mit Gold nichts verdienen. In der Finanzkrise vor zehn Jahren stieg der Goldpreis auf 1881 Dollar pro Feinunze. Heute liegt er bei 1575 Dollar – ein Minus von 16 Prozent. Zudem wirft Gold keine Dividenden ab, sondern verursacht Lagerhaltungskosten. Das Schließfach bei der Bank muss schließlich gemietet werden.

Absicherungen in Schweizer Franken machen da einen deutlich besseren Eindruck: Die Währung der kleinen, aber wirtschaftlich starken Alpenrepublik ist gegen den Euro seit 2010 um 37 Prozent gestiegen. Noch mehr Rendite konnten Anleger einfahren, die nicht einfach Schweizer Franken gekauft und sich in den Tresor gelegt haben, sondern stattdessen in Aktien Schweizer Unternehmen investiert haben.

Der SMI, der Aktienindex der 20 größten eidgenössischen Konzerne, ist in dieser Zeit um beachtliche 66 Prozent gestiegen. Zusammen mit der Aufwertung des Franken ergibt sich darauf für Anleger aus dem Euroraum ein Plus von 103 Prozent – und dies auch noch ganz ohne Börsencrash. Fazit: Gold glänzt lange nicht so hell wie die Aktien und die Währung einer kleinen, aber feinen Wirtschaftsnation im Herzen Europas.

Richard Haimann ist freier Wirtschaftsjournalist in Hamburg. Er schreibt über Finanzthemen für in- und ausländische Publikationen.

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