Direkt zum Inhaltsbereich

Hellas-Anleihen setzen auch Rentenfonds zu

Anleger in Rentenfonds haben aktuell wenig Grund zur Freude: Die Kurse der Fonds, die auf Staatsanleihen setzen, geraten in der Griechenland-Krise unter Druck.

Von Jürgen Lutz Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Noch vor wenigen Wochen hatten sich Anleger mit Verve auf Griechenland-Anleihen gestürzt, da sie wegen der sich abzeichnenden Zahlungsschwierigkeiten des Landes hohe Zinsen boten.

Inzwischen dürfte manchem die Risikolust vergangen sein, denn die Kurse der Anleihen sind abgestürzt und die Zinsen weiter gestiegen. Die Rendite für zehnjährige griechische Staatsanleihen liegt derzeit bei über zehn Prozent, die Rendite für zweijährige Papiere schoss zeitweise auf über 20 Prozent hoch. Das bedeutet, der Kapitalmarkt preist derzeit ein hohes Risiko für Zahlungsausfall ein.

Wer mit dem Blick auf hohe Zinsen zugriff und selbst einzelne Anleihen kaufte, dürfte sich derzeit besorgt fragen, ob er sein Geld jemals wiedersehen wird. Die Senkung der Bonität Griechenlands durch die Ratingagentur Standard & Poor's auf BB+ und damit auf Ramsch-Status sowie der immer deutlicher zu Tage tretende immense Kapitalbedarf des Landes haben zunehmend Ängste geweckt, ob Athen seine Schulden tatsächlich begleichen kann.

Anleger, die jetzt an ihrem Investment zweifeln und die Papiere verkaufen wollen, bekommen dafür nun weit weniger als ihren Einstandspreis. Wer diese Verluste vermeiden will, muss die Zähne zusammenbeißen und gegebenenfalls eine Zitterpartie bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe durchstehen.

Etwas nervös könnten auch die Anleger werden, die in Rentenfonds mit staatlichen Anleihen investieren. Denn die Ratingagentur Standard & Poor's hat im Zuge des Schuldendramas auch die Bonität von Portugal und Spanien gesenkt. Alle drei Länder machen bei den so genannten Exchange Traded Funds (ETF), die die Staatsanleihen-Märkte der Euro-Zone abbilden, zusammen rund 15 Prozent des Investitionsvolumens aus. Sollte es dort zu steigenden Zinsen und damit weiteren Kursverlusten kommen, bekommen dies auch Rentenfonds-Käufer zu spüren. So hat der Indexfonds der Deutschen Bank für das Segment der zehn- bis 15-jährigen in den vergangenen Tagen bis zu drei Prozent abgegeben.

Auch die deutschen Lebensversicherer haben griechische Staatsanleihen gekauft. Die Allianz gibt ihren Bestand nach Angaben der Financial Times Deutschland mit 0,9 Milliarden Euro an, die Munich Re mit 2,1 Milliarden Euro. Doch würde sich der Schaden selbst bei einem Totalausfall Griechenlands in Grenzen halten, da die Lebensversicherer nach eigenen Angaben ein Kapital von 685 Milliarden Euro verwalteten (Geschäftsjahr 2008). Sollten aber auch Anleihen anderer Staaten deutlich abwerten, würde das mit Sicherheit auch die Ausschüttungen der Lebensversicherer mindern.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Depots resilienter aufstellen

Aktienmarkt: Breite Streuung gegen gestörte Lieferketten

Geld und Vermögen

Medizinische Innovationen – auch ein Fall für die Geldanlage

Kooperation | In Kooperation mit: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Was wir aus unseren Fehlern gelernt haben

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

162 Studien ausgewertet

Häufigkeit von zerebralen Aneurysmata nimmt zu

Lesetipps
Körpersprache ist stärker als das gesprochene Wort. Man kann aufgebrachten Patienten daher durchaus auch die Handfläche zeigen, also leicht ausgestreckter Arm, man zeigt die Handfläche und signalisiert dem Patienten „Stopp“, so Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke.

© Doodeez / Stock.adobe.com

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Ärztin untersucht Schilddrüse

© Peakstock - stock.adobe.com

Systematische Ursachensuche

Therapierefraktäre Hypothyreose: Was steckt dahinter?