Ebola

Janssen startet Impf-Studie

Mit 114 Millionen Euro beteiligt sich die EU-Kommission an der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffs. Den Löwenanteil erhält ein Kandidat des US-Unternehmens Janssen.

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NEW BRUNSWICK. Die Johnson & Johnson-Tochter Janssen Pharmaceuticals meldet Fortschritte bei der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes. Bis Ende Januar soll die Patientenaufnahme für eine erste Phase I-Studie zur Anwendung eines sogenannten Prime-Boost-Impfregimes beim Menschen abgeschlossen sein.

Die Studie finde unter Leitung der Oxford Vaccine Group statt, die zur pädiatrischen Abteilung der Universität Oxford gehört, heißt es. Das Entwicklungsprogramm wird von der Innovative Medicines Initiative (IMI) mit Geldern der Europäischen Kommission gefördert.

Finanzhilfen sollen sowohl in das klinische Impfstoff-Programm Janssens fließen, als auch in den Aufbau einer Vakzine-Produktion, in die Entwicklung von Ebola-Schnelltests sowie in eine Aufklärungskampagne, mit der dafür gesorgt werden soll, dass sich Patienten, die einen zweistufig einzunehmen Wirkstoff bekommen, an das vorgeschriebene Impfschema halten. Allein dieses Compliance-Programm lässt sich die IMI rund 20 Millionen Euro kosten.

Bei Janssens Prime-Boost-Impfregime wird zunächst eine primäre Immunantwort provoziert und nach einigen Wochen durch die Gabe einer Booster-Komponente verstärkt. Noch diesen Monat sollen weitere klinische Tests in den USA und Afrika beginnen.

Zwölf Millionen Impfdosen werden benötigt

Laut Unternehmen sind nach Berechnungen der London School of Hygiene and Tropical Medicine 100.000 Impfstoffdosen zum Schutz des medizinischen Personals in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern nötig und bis zu 12 Millionen Dosen für eine breite Impfung Erwachsener.

Janssen hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende dieses Jahres wenigstens zwei Millionen Behandlungseinheiten seiner Kombi-Impfung bereitzustellen.

Insgesamt unterstützt die EU-Kommission drei Ebola-Impfstoff-Projekte: Bei zweien handelt es sich um den Prime-Boost-Kandidaten Janssens. Das Dritte, an dem derzeit mehrere europäische Universitäten arbeiten, wird mit vier Millionen Euro gefördert.

Die gesamte Fördersumme in Sachen Ebola-Schutz belaufe sich aktuell auf 114 Millionen Euro, teilte die Kommission am Freitag mit. Zusätzliche 101 Millionen Euro hätten beteiligte Firmen zugesagt.

Janssen hatte vergangenen Oktober bereits angekündigt, aus eigenen Mitteln bis zu 200 Millionen Dollar in sein Ebola-Impfstoffprogramm investieren zu wollen. (cw)

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