Brandenburg

KV-Chef wegen Vorteilsnahme verurteilt

Der Brandenburger KV-Chef Dr. Hans-Joachim Helming ist wegen Vorteilsannahme im Amt zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt worden

Veröffentlicht:
Vorsitzender der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming.

Vorsitzender der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming.

© Bernd Settnik / dpa / lbn

POTSDAM. Zu 25.000 Euro Geldstrafe hat das Amtsgericht Potsdam den Vorsitzenden der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming, wegen Vorteilsannahme (§331 StGB) verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte erschien nicht zu der mehrfach verschobenen Hauptverhandlung, die am Montag schließlich stattfinden sollte. Zwar ließ Helming über seinen Anwalt ein Attest einreichen. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass der Angeklagte nicht verhandlungsunfähig erkrankt sei, und entschied daher nach Aktenlage.

Wie ein Gerichtssprecher der „Ärzte Zeitung“ mitteilte, erging die Entscheidung, ohne dass der eigentliche Sachverhalt im Detail geprüft worden wäre. Das sei üblich, wenn das Hauptverfahren eröffnet ist, der Angeklagte aber nicht erscheint. Dass ein hinreichender Tatverdacht besteht, sei den Gerichtsangaben zufolge bereits mit der Eröffnung des Hauptverfahrens bestätigt worden.

KV-Chef schweigt

Helming wollte sich am Montag telefonisch nicht äußern, da ihm noch keine schriftlichen Informationen des Gerichts vorlägen. Er hat laut Amtsgericht jetzt 14 Tage Zeit, Einspruch gegen das Urteil einzulegen.

Vor Prozessauftakt hatte Helming die Vorwürfe gegen ihn als haltlos zurückgewiesen und sich überzeugt gezeigt, dass das Gericht seine Sichtweise teilen werde (wir berichteten). Dem Brandenburger KV-Chef wird zur Last gelegt, 2008 auf Kosten einer Potsdamer IT-Firma an der Potsdamer Schlössernacht teilgenommen zu haben.

 Der Wert der Leistungen, zu denen ihn die Firma eingeladen haben soll, wird mit rund 850 Euro beziffert. Das IT-Unternehmen hat für die KVBB gearbeitet. Der Prozess wegen gemeinschaftlich begangener Vorteilsgewährung gegen die Verantwortlichen auf Firmenseite läuft noch. Ein Verhandlungstermin steht aber noch nicht fest. (ami)

Mehr zum Thema

Berufsrecht

Nach Impfung einer Neunjährigen: Kammer wartet ab

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Annalena Baerbock wurde im Rahmen des Parteitages von Bündnis 90/Die Grünen mit großer Mehrheit als Kanzlerkandidatin bestätigt.

Bundestagswahl 2021

So sehen die Grünen die Gesundheitsversorgung der Zukunft