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Diabetes-Prävention

Kann eine App vom Arzt helfen?

Das Hauptproblem bei der Diabetes-Prävention ist es, Risikopatienten zu mehr Bewegung zu motivieren. Roche Diagnostics versucht es nun mit einer App für Ärzte und Patienten.

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Die Seuche Diabetes breitet sich immer weiter aus. Allein in Deutschland kommen nach Schätzungen von Experten 270.000 Neuerkrankungen hinzu, mehr als 700 neue Diabetiker pro Tag.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) spricht offen von einem "Versagen bei der Primärprävention" in Deutschland.

Das forschende Pharmaunternehmen Roche Diagnostics Deutschland unternimmt jetzt einen Versuch, früher anzusetzen.

Ziel ist es, bei Risikopatienten mit Übergewicht und Bluthochdruck durch die Motivation zu mehr Bewegung zu verhindern, dass ein Diabetes entsteht - oder zumindest die Entwicklung zu verzögern.

Das Unternehmen nutzt dabei den aktuellen Trend zu Smartphone-Apps zur Selbstmessung, setzt aber auch ausdrücklich auf die Beteiligung des Arztes.

Partner im Projekt sind die Software-Unternehmen SAP und InterComponentWare (ICW) in Walldorf sowie die Techniker Krankenkasse (TK).

Derzeit setzen die beteiligten Unternehmen eine Studie auf, mit der untersucht werden soll, inwieweit ein Paket aus App mit Schrittzähler und Online-Plattform sowie regelmäßiger Blutzuckerselbstmessung und intensiver Schulung von Risikopatienten, die Entwicklung von Diabetes tatsächlich beeinflussen kann (wir berichteten kurz).

Risikopatienten, die an der Studie teilnehmen, werden von niedergelassenen Ärzten ausgewählt.

In der Studie kommen auch Elemente des Telemonitorings zum Einsatz. Das Paket für Patienten enthält ein Blutzuckermessgerät und eine App fürs Smartphone, mit der die vom Patienten gemessenen Daten in ein Onlineportal weitergeleitet werden.

Außerdem bekommen sie einen Schrittzähler. Über die App sehen sie sofort, wie sich ihre Daten entwickeln, und können darüber auch mit ihrem Arzt sprechen, dem sie Zugriff auf ihre Daten gewähren können.

Der Zugriff auf die erhobenen Daten, die übersichtliche Darstellung in Form von Grafiken und die regelmäßige Absprache mit dem behandelnden Arzt sollen helfen, die Patienten tatsächlich zu mehr Bewegung zu motivieren.

Die Werte können mit dem Arzt bei der Konsultation etwa im DMP-Programm Bluthochdruck besprochen werden oder auch in der normalen Sprechstunde. Falls sich bestimmte Parameter verschlechtern, ist auch eine schnelle Online-Kontaktaufnahme möglich.

Roche Diagnostics nutzt für die Studie seine neue Online-Plattform Accu-Chek® Connect, die für das Diabetes-Selbstmanagement von Diabetikern entwickelt worden ist.

Die Plattform, auf der die Lösung aufbaut, ermöglicht die sichere Verwaltung von Diabetesdaten sowie deren gemeinsame Nutzung durch Diabetiker und ihrer Ärzte über das Internet.

Entwickelt wurde die Plattform vom E-Health-Spezialisten ICW, die dahinter liegende Datenbankstruktur setzt auf Lösungen des Software-Riesen SAP auf. Die TK will als Projektpartner und die Schulungskosten für Patienten zu 85 Prozent übernehmen. (ger)

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