Unfallversicherung

Kasse zahlt nicht bei Kittelbrand

Wenn Pharmazie-Studenten im Verlauf eines merkwürdigen Rituals ihre Kittel verbrennen, kommt die Unfallversicherung für dabei entstehende Gesundheitsschäden nicht auf.

Veröffentlicht:

ERFURT. Verbrennen Pharmazie-Studenten ihre Laborkittel, tun sie dies auf eigenes Risiko. Auch wenn sie damit einer studentischen Tradition nachkommen, greift der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung nicht, wie jetzt das Thüringische Landessozialgericht (LSG) in Erfurt entschied.

Konkret ging es um Pharmazie-Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihre Freude über den Abschluss ihres Praktikums im sechsten Semester brachten sie mit einer studentischen Tradition zum Ausdruck: Sie verbrannten ihre Laborkittel.

Doch bei der "Kittelverbrennung" am 18. Juli 2012 kam es zu einer Verpuffung. 13 Studenten, darunter die Klägerin, wurden teils schwer verletzt. Die Klägerin wollte den Unfall als Arbeitsunfall anerkannt haben. Die Unfallkasse Thüringen lehnte dies jedoch ab.

Zu Recht, wie das LSG entschied. Zwar seien Studenten während ihrer Aus- und Fortbildung an Hochschulen gesetzlich unfallversichert. Dabei müsse die unfallbringende Verrichtung aber im organisatorischen Verantwortungsbereich der Universität liegen.

Davon könne bei der "Kittelverbrennung" keine Rede sein. Die Studenten hätten diese eigenständig organisiert. Die Universität Jena habe lediglich das Gelände sowie Tische und Bänke zur Verfügung gestellt.

Weder diese Unterstützung noch die Teilnahme von Institutsmitarbeitern an der "Kittelverbrennung" reichten aus, um von einer rechtlichen Mitverantwortung der Universität auszugehen und so einen gesetzlichen Unfallschutz zu begründen, urteilte das LSG. (mwo)

Landessozialgericht Erfurt Az.: L 1 U 1264/14

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Urteil

Arzt muss keine Auskunft über Samenspende-Zahlen geben

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein