Klangteppich im OP

Klinik engagiert Poplegende

Beruhigend soll die Musik in einem der größten Londoner Kliniken auf Patienten wirken. Brian Eno ist dafür engagiert worden.

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Soll ein Klinikimage aufbessern: Musiker Brian Eno (Archivbild).

Soll ein Klinikimage aufbessern: Musiker Brian Eno (Archivbild).

© Mario Guzman / epa / picture alliance / dpa

LONDON. Rock- und Popmusik im Krankenhaus - mit dieser Idee will eines der größten britischen Krankenhäuser in den kommenden Monaten sein Image aufpolieren und Patienten den Aufenthalt angenehmer machen. Und um das zu erreichen, wurde einer der erfolgreichsten und bekanntesten britischen Poplegenden um Hilfe gebeten: Brian Eno.

Eno wird für das Chelsea and Westminster Hospital "beruhigende Backgroundmusik bereitstellen", die vornehmlich auf der Unfallstation der Staatsklinik gespielt werden soll.

"Wir wissen, dass beruhigende Musik eine wichtige Rolle spielt, um traumatisierte und nervöse Patienten zu relaxen", so eine Kliniksprecherin zur "Ärzte Zeitung" in London. Und: "Brian Eno ist ein Meister, wenn es um Klänge geht. Wir sind stolz, ihn an Bord zu haben."

Der 66-Jährige, der durch seine Produktionen und Kooperationen mit Popgrößen wie David Bowie, U 2 und Coldplay Musikgeschichte schrieb, ist einer von mehreren Künstlern, die das Londoner Krankenhaus auch optisch auffrischen sollen.

Gestaltende Künstler wie Mischa Kuball, Steffi Müller, Matt Pyke und Richard Woods werden ebenfalls helfen. Wartebereiche sollen in weichen Pastelltönen statt in hartem Weiß gestrichen werden. Die Inneneinrichtung wird modernisiert und "weniger krankenhausmäßig" gestaltet.

Das Chelsea and Westminster Hospital ist eines der größten Krankenhäuser Londons. Allein für die Auffrischung der Unfallstation sollen rund 900.000 Euro ausgegeben werden. Brian Eno arbeitet allerdings ehrenamtlich.

Andere Kliniken des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) könnten dem Beispiel schon bald folgen. Gesundheitspolitiker argumentieren, dass derartige Kosmetik auch in Zeiten der Finanzkrise wirtschaftlich sinnvoll sei, denn: "ruhigere Patienten benötigen weniger Schmerzmittel und werden schneller wieder gesund", zitierte die Londoner Abendzeitung "Evening Standard" einen Londoner Chefarzt. (ast)

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