Umfrage

Klinikärzte klagen über sinnlose Arbeit

Für unnötige Arbeit wird zu viel Zeit verplempert: Klinikärzte in Bayern geben in einer Befragung Auskunft über ihren Arbeitsalltag.

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MÜNCHEN. Viele Krankenhausärzte in Bayern klagen über unnötige und unzumutbare Aufgaben, die sie während ihrer Arbeit erledigen müssen. Besonders betroffen davon sind Assistenzärzte sowie Fachärzte. Ergeben hat das eine Promotionsarbeit an der Universität München, unterstützt vom Marburger Bund Bayern.

An der Online-Befragung zur Erfassung der aktuellen Belastungssituation und des Umgangs mit den Belastungen hatten sich zwischen Juli und September 2013 insgesamt 1045 Krankenhausärzte der verschiedensten Fachrichtungen beteiligt.

Angesichts der unerwartet hohen Teilnehmerzahl seien die Ergebnisse repräsentativ, erklärte die Autorin der Studie, Diplom-Psychologin Carla Albrecht am Dienstag vor der Presse in München.

Weniger Aufwand durch effizientere Organsiation möglich

So gaben 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie oftmals unnötige Aufgaben erledigen müssen, die keinen Sinn ergeben, die vermieden werden könnten oder die bei einer effizienteren Organisation mit weniger Aufwand erledigt werden könnten.

Und fast die Hälfte der Teilnehmer hatte das Gefühl, öfter unzumutbare Aufgaben erledigen zu müssen, sei es, weil es sich um "niedere" Tätigkeiten handelt oder um Tätigkeiten, für die man mehr Erfahrung bräuchte.

Zu den "problematischen Ergebnissen" der Befragung, für die Teilnehmer etwa eine halbe Stunde aufwenden mussten, gehört aus Sicht von Albrecht, dass Krankenhausärzte wenig soziale Unterstützung durch Vorgesetzte oder durch Kollegen erfahren.

Die Möglichkeiten der Erholung nach einem stressigen Arbeitstag in der Klinik werden überwiegend als gering eingeschätzt. Viele der Betroffenen klagen über Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit, hieß es bei der Präsentation der Befragung. (sto)

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