Klinik-Management

Kliniken verlieren als Arbeitgeber an Attraktivität

Eine aktuelle Vergütungsstudie zeigt, dass vor allem für nicht-ärztliche Führungskräfte andere Branchen lukrativer sind.

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KÖLN (iss). Die Gehälter für das nicht-ärztliche Führungspersonal in Krankenhäusern sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als die der Ärzte. Das zeigt die Untersuchung "Führungs- und Fachkräfte in Krankenhäusern 2011" der Managementberatung Kienbaum.

Danach erhielten Geschäftsführer und andere nicht-ärztliche Spitzenleute im Durchschnitt 2,7 Prozent mehr, bei den Medizinern gab es ein Plus von 2,3 Prozent.

Der Untersuchung liegen die Daten von 2414 Mitarbeitern aus 176 Krankenhäusern zugrunde. Die Bezahlung in den Kliniken liegt seit Jahren unter der anderer Branchen, weiß Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum. "Die Kliniken liegen vom Ausbildungsniveau über anderen Bereichen, bei der Vergütung aber darunter."

Das führe dazu, dass gerade für das Spitzenpersonal ein Wechsel in einen anderen Sektor attraktiv sein kann. Das gelte gerade für die nicht-ärztlichen Mitarbeiter wie Juristen, Finanz- oder IT-Spezialisten. "Der Sog in andere Industriebereiche ist hier stärker geworden als noch vor wenigen Jahren", sagt Näser.

Mehr Geld für Klinikchefs

Im Jahr 2011 sind die Gehälter der Klinikgeschäftsführer im Schnitt um 4000 Euro auf 156.000 Euro gestiegen. Chefärzte erhielten 266.000 Euro, das waren 9000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Ärztliche Direktoren verdienten mit 123.000 Euro weniger als halb so viel wie Chefärzte.

Mit Ausnahme des Jahres 2010, als die Ärztegehälter stagnierten, sind sie in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben gegangen, berichtet Näser. Bei den Chefärzten rechnet er allerdings aufgrund der neuen Vertragsformen in den kommenden Jahren mit einer Abflachung.

Nach der Auswertung von Kienbaum sind Frauen in den Führungsetagen der Kliniken nicht nur deutlich unterrepräsentiert, sondern sie erhalten auch weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Weibliche Geschäftsführerinnen verdienten 2011 im Durchschnitt 12.000 Euro weniger. Bei den Chefärztinnen betrug das Minus sogar 20.000 Euro.

Positiv zu Buche schlägt ein Doktortitel. Führungskräfte mit Doktortitel kommen auf 188.000 Euro Jahresgesamtbezüge, ihre Kollegen mit Hochschulabschluss, aber ohne Promotion auf 163.000 Euro.

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