Telematik

Kontroverse um die E-Card zur conhIT

Gegner der Gesundheitskarte haben im Umfeld der conhIT zum Boykott aufgerufen. Beteiligte Unternehmen fordern dagegen die nächsten Schritte für die Telematikinfrastruktur.

Veröffentlicht:

BERLIN. Freie Ärzteschaft gegen Industrie - wenn es um die Gesundheitskarte geht, ist diese Konfrontation fast schon zur Gewohnheit geworden: Während bei der conhIT bereits über die Zeit nach den Tests zum Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte diskutiert worden ist, haben die Gegner der neuen Karte die Ärzte in den Pilotregionen dazu aufgerufen, die Tests zu boykottieren.

"Trotz Risiken und Nebenwirkungen" laufe das Großprojekt Gesundheitskarte weiter, heißt es in einer Mitteilung der Freien Ärzteschaft (FÄ). Die FÄ fordert "alle Ärzte" auf, das eGK-Projekt nicht zu unterstützen.

"Die Praxen sind keine Außenstellen der Kassen", betont FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich. Der NSA-Skandal habe zudem gezeigt, dass sensible Daten im Netz nicht zu schützen seien.

Die FÄ kritisiert die Online-Aktualisierung als überdimensioniert: Nur bei jeder 50. Überprüfung müssten Daten aktualisiert werden, dafür werde jede Karte in jeder Praxis überprüft.

Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) ist sich laut Mitteilung dagegen sicher, dass "nach dem Abschluss der Testphase zur Erprobung der Telematikinfrastruktur das bundesdeutsche Gesundheitswesen der einheitlichen IT-Infrastruktur einen großen Schritt näher gekommen ist".

Es sei "höchste Zeit", Daten technisch hoch gesichert auszutauschen, so bvitg-Geschäftsführer Ekkehard Mittelstaedt. Es müsse vermieden werden, mehrere Infrastrukturen nebeneinander aufzubauen, die nicht verschmolzen werden könnten.

"Bereits existierende Netze müssen in die IT-Infrastruktur migriert werden", fordert Mittelstaedt. IT-Lösungen könnten dann "einen wesentlichen Beitrag für eine bessere Gesundheitsversorgung leisten, indem sie die Produktivität und die Qualität der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen erhöhen, Prozesse optimieren und dabei helfen, Ressourcen besser zu nutzen", so die Vorstellungen des Verbandes. (ger)

Mehr zum Thema

Telematikinfrastruktur

Hartmannbund wendet sich gegen TI-Sanktionen

Probleme in Praxen

Start der elektronischen AU frustriert viele Ärzte

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Wunsch nach Hilfe bei der Selbsttötung, ist bei Patienten im Pflegeheim keine Seltenheit. Ärzte und Pfleger sollten sich im Team besprechen und das Vorgehen unbedingt dokumentieren.

© rainbow33 / stock.adobe.com (Symbolbild)

Leitfaden für Ärzte

Sieben Tipps zum Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt betont: Ärzte arbeiten nicht gern im ruinösen Wettbewerb.

© Wolfgang Kumm / dpa / picture alliance

Im Vorfeld des 125. Ärztetags

Bundesärztekammer stellt zwölf Forderungen an künftige Regierung

Noch ist er violett: Für die neue Formulierung von ComirnatyTextbaustein: war wird der Deckel eine andere Farbe haben.

© Sina Schuldt / dpa

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter