Anlagen-Kolumne

Kurs-Optimismus wohldosieren

Die Notenbanken stimulieren nun doch kräftig die Finanzmärkte. Für Anleger ist das mittelfristig gut. Kurzfristig kann zu viel Optimismus aber gefährlich sein.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Anfang Januar war es noch eine Vermutung beziehungsweise eine Hoffnung, dass die Notenbanken stärker eingreifen, um die fragile Situation im Finanzsystem zu stabilisieren.

Inzwischen ist klar, dass die Notenbanken in Europa, USA, Japan, Großbritannien, aber auch in den Schwellenländern und China, ihren Kurs geändert haben und deutlich stimulieren.

Die Kurssteigerungen in diesem Jahr, die beim Deutschen Aktienindex (Dax) etwa 16 Prozent betragen, werden zwar häufig mit einer verbesserten Konjunktur begründet.

Im Kern dürfte es aber die expansive Notenbankpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, die derzeit die Kurse treibt. Selbst China hat die Mindestreserveanforderungen für die Banken reduziert und ermöglicht damit eine vermehrte Kreditvergabe.

Dies wurde im Jahresausblick an dieser Stelle bereits in Aussicht gestellt. Dass dieser Schritt nun doch so zügig gekommen ist, dürfte an der Inflationseinschätzung der Notenbanker in China liegen.

Offensichtlich liegen dort bereits Signale der Entspannung vor, denn die letzten öffentlichen Inflationszahlen ließen diesen Schritt noch nicht erwarten.

In Europa wird die EZB planmäßig ab dem 29. Februar für weitere Liquidität bei den Banken sorgen, das dürfte dem Markt helfen. Die fundamentalen Daten, die von den Unternehmen im Moment im Rahmen der Berichtssaison für das Jahr 2011 veröffentlicht werden, zeichnen ein eher schwaches Bild.

43 Prozent der Unternehmen verfehlten die Erwartungen, und nur 34 Prozent überraschten positiv. Damit wäre das vierte Quartal 2011 in Europa das dritte in Folge mit enttäuschenden Ergebnissen.

Aber auch in den USA ist das Bild recht schwach. Insbesondere, wenn man den "Apple-Effekt" herausrechnet. Apple, das nach Börsenkapitalisierung inzwischen größte Unternehmen der Welt, hat zu dem 8,8-prozentigen Gewinnanstieg im vierten Quartal im S&P 500 allein 4,9 Prozent beigetragen. Ohne Apple hätte dieser Anstieg nur 3,9 Prozent betragen.

Gab das Stimmungsbild der Investoren zuletzt noch Rückenwind, ist die Lage inzwischen schon ausgereizter. Investoren, die vorsichtiger agieren müssen, und insbesondere Privatanleger, die den Vorteil haben, dass sie ihre Aktienquote beliebig reduzieren können, sollten in der aktuellen Konstellation der Stimmungsindikatoren Vorsicht walten lassen.

Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass es in den nächsten Wochen noch einmal bessere Einstiegsgelegenheiten gibt. Mittelfristig bleibt aufgrund der oben genannten Notenbankaktionen die Aktie als Sachwert aber auch weiterhin interessant.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Praxiswissen Geldanlage

Rücklagen für plötzlichen Geldbedarf: Auf die Dosis kommt es an

Empfehlungen für die Geldanlage

Geld und Vermögen: Mit ein bisschen Optimismus ins Finanzjahr 2026

Kooperation | In Kooperation mit: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert