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Barrierefreiheit

Landesärztekammer Baden-Württemberg bringt Anamnesebogen in leichter Sprache heraus

Ein Fragebogen in vereinfachter Sprache soll es Patienten in Baden-Württemberg ermöglichen, Informationen zu Beschwerden und Vorerkrankungen unkompliziert ihren behandelnden Ärzten zu melden.

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Stuttgart. Die Diakonie Stetten und die Landesärztekammer Baden-Württemberg haben gemeinsam einen Anamnesebogen in Leichter Sprache auf den Weg gebracht. Damit soll es Patienten mit Beeinträchtigung – beispielsweise mit geistigen Behinderungen – leichter gemacht werden, behandelnden Ärztinnen und Ärzten wichtige Informationen zu ihren Beschwerden, Vorerkrankungen oder auch zur Medikamenteneinnahme strukturiert zukommen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung der Ärztekammer. Das medizinische Personal wiederum profitiere von einer Entlastung im Praxisalltag.

Der Fragebogen hilft Patienten dabei, durch stark vereinfachte Ausdrucksweise, unkompliziertes und klar geregeltes Satzgefüge sowie Erklärungen von Fachausdrücken und Fremdwörtern Angaben zu ihrem Gesundheitszustand und zur Krankengeschichte zu machen. Er enthält eine Erklärung zum Datenschutz, Fragen zur Teilnahme an einem Hausarztprogramm, zum Impfpass, zum Vorliegen eines Schwerbehindertenausweises sowie zum Pflegegrad. Fragen zu Vorerkrankungen sind jeweils mit entsprechenden Bildern versehen.

Menschen mit Behinderungen lesen Texte gegen

Erstellt wurde der Anamnesebogen vom Fachdienst Unterstützte Kommunikation und Leichte Sprache der Diakonie Stetten. Franziska Fibich, die selbst in der Prüfgruppe des Fachdienstes mitarbeitet, war federführend am Projekt beteiligt und sagt: „Für mich ist es beim Ausfüllen des Anamnesebogens beim Arzt immer sehr schwer zu verstehen, was ich alles angeben muss. Deshalb hatte ich die Idee, dass der Anamnesebogen in Leichte Sprache übersetzt werden könnte.“ Eine Gruppe aus sieben Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen liest jeden übersetzten Text auf Verständlichkeit gegen.

„Die Übersetzung des Anamnesebogens in Leichte Sprache ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit im Gesundheitswesen. Der Bogen stärkt die Selbstbestimmung von Patienten und sorgt für reibungslosere Behandlungsabläufe“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Denn das Fachpersonal könne effizienter seiner eigentlichen Arbeit nachgehen, wenn weniger Zeit für Erklärungen und Übersetzungen von Fachausdrücken in herkömmlichen Anamnesebögen beansprucht werde. Zudem könnten sich Ärztinnen und Ärzte ein viel vollständigeres Bild vom Gesundheitszustand ihrer Patienten machen. (kaha)

Der barrierefreie Anamnesebogen finden Sie hier.

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