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Kommentar – Landarztzwang

Lebenswerte Dörfer?

Von Anne Zegelman Veröffentlicht:

Schnelles Internet, Kinderbetreuung, attraktive Immobilien – Kommunen müssen sich anstrengen, um junge Ärzte für eine Niederlassung auf dem Land zu begeistern. Das war der Grundtenor eines Vortrags bei der KV Rheinland-Pfalz und für die anwesenden Bürgermeister sicher keine Neuigkeit.

Vielen von ihnen ist längst schmerzlich bewusst, dass die Probleme grundlegend sind. Kaum jemand dürfte die Strukturen eines Dorfes besser kennen als der Rathauschef. Viele Bürgermeister kämpfen ja bereits seit Jahren engagiert für neue Versorgungsstrukturen, zusätzliche Kitaplätze, die Erschließung von Neubaugebieten, die Ansiedlung von Gewerbe . . .

Der Wille, nicht nur an der Oberfläche anzusetzen, ist vielerorts deutlich zu erkennen. Das ist auch nötig, denn ein Eimer weiße Farbe langt mit viel Glück vielleicht aus, um Probleme kurzfristig zu überpinseln und einen Arzt zu gewinnen. Allerdings nicht, um ihn langfristig zu halten. Und auch der beste Landarzt taugt nichts, wenn die Patienten wegsterben oder fortziehen und keine neuen nachkommen.

Die KV müht sich redlich, den Kommunen im Kampf um Ärzte beizustehen. Es mutet allerdings etwas befremdlich an, wenn sie das kleine Einmaleins des lebenswerten Dorfs als Insiderwissen präsentiert.

Lesen Sie dazu auch: Neue Ideen gefragt: Kommunen kämpfen um junge Ärzte

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