Honorarstreit geschiedst

Mehr Geld für Hamburgs Ärzte

Veröffentlicht:

Der lange Streit um Arzthonorare für 2013 in Hamburg ist Geschichte. Das Schiedsamt hat seine Arbeit beendet - und beschert den Ärzten ein Honorarplus.

HAMBURG. Die harte Auseinandersetzung um das ärztliche Honorar in Hamburg wurde mit einem Schiedsspruch beendet.

Die Ärzte in der Hansestadt erhalten nach Angaben der KV ein Plus von rund vier Prozent. Die Kassen sprechen von fünf Prozent und von "im Durchschnitt fast 10.000 Euro mehr pro Jahr für jeden Arzt oder Psychotherapeuten".

In der Steigerung enthalten ist auch ein bundesweit einmaliger Aufschlag von rund zwei Prozent, mit dem das Schiedsamt die überdurchschnittlichen Kosten der Praxen in der Metropole berücksichtigt.

"Ein erster Schritt"

Die KV-Führung bezeichnete das Ergebnis qualitativ zwar als "wichtigen Durchbruch". KV-Chef Walter Plassmann betonte aber auch: "Quantitativ kann es nur ein erster Schritt sein."

Er verwies auf eine Unterdeckung von rund 20 Prozent bei der Bezahlung - vor diesem Hintergrund sei die Gesamtsteigerung nicht befriedigend.

Positiv ist nach seinen Angaben, dass Haus- und Heimbesuche sowie die onkologische Betreuung jetzt zu vollen Preisen bezahlt werden können.

"Verteilung nach Gießkannen-Prinzip"

Die Krankenkassen kritisierten am Schiedsspruch insbesondere den Zuschlag auf den Orientierungspunktwert.

"Dies hat zur Folge, dass ein Großteil des Geldes nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt wird. Damit wurde die Chance vertan, das von den Krankenkassen für die ärztliche Versorgung in Hamburg zusätzlich zur Verfügung gestellte Honorar gezielt zur Verbesserung der Versorgung aller gesetzlich versicherten Hamburgerinnen und Hamburger einzusetzen", teilten die Kassen mit.

Die Honorarrunde 2013 hatte wie berichtet zu massiven Auseinandersetzungen zwischen KV und den Krankenkassen geführt.

Trotz monatelanger Verhandlungen und der Aufforderung des Schiedsamtes, zu einer Verhandlungslösung zu kommen, hatte es keine Einigung gegeben.

Das Schiedsamt selbst benötigte zwei Monate und drei Sitzungen für die Schlichtung. (di)

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Kommentare
Gerhard Leinz 19.08.201308:05 Uhr

Für alle gut!

Durch die Erhöhung des Orientierungspunktwertes wird erstmals seit 2009 den Psychotherapeuten eine Erhöhung der Vergütung gegönnt. Die Krankenkassen versäumen es seit vielen Jahren Anreize für die verstärkte Zuwendung der Psychotherapeuten zur Versorgung von Krankenkassenpatienten zu schaffen. Nicht nur die Krankenkassen werden dafür durch die Erhöhung der Kosten für Krankengeldzahlungen und stationäre Behandlungen bestraft.
Das Geld, dass im "schwarzen Loch" der psychischen Störungen verschwindet fehlt überall im Gesundheitssystem. Hinzu kommt der Ausfall von Beitragszahlungen durch die expldieren den Frühverentungen wegen psychischer Störungen.

Gerhard Leinz - Kiel

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