Merck & Co. stärkt mit Fusion das Onkologie-Geschäft

Merck & Co. und Schering-Plough: Mit der geplanten Übernahme von Schering-Plough kann Merck & Co. vor allem in der Onkologie Wachstumspotenzial erschließen.

Von Inge Mannsbart Veröffentlicht:

Durch die Fusion mit Schering-Plough steigt der US-Konzern Merck & Co zum zweitgrößten Medikamentenhersteller hinter Pfizer auf. Die neue Gesellschaft verdoppelt die Zahl ihrer Kandidaten im letzten Stadium der Entwicklung auf 18. Merck & Co. wird damit - wie auch schon Pfizer durch die Übernahme von Wyeth - in wichtigen Indikationen noch breiter aufgestellt sein als bisher.

Schering-Plough, das im Dezember die, so das Unternehmen, "beste Pipeline in seiner Geschichte" mit 46 experimentellen Wirkstoffen präsentiert hatte, verfügt allein über fünf potenzielle Blockbuster in Indikationen wie Thromboseprävention, Rheumatoide Arthritis, Morbus Parkinson, Asthma und Hepatitis C, bei denen bis 2013 mit einer Zulassung gerechnet werden kann.

Stärkeres Gewicht als bisher bekommt im neuen Konzern der Bereich Onkologie. Zwar macht er zunächst nur drei Prozent des gemeinsamen Umsatzes aus, aber in der Pipeline stecken interessante Produkte. Auf diesem Markt ist Merck & Co. derzeit nur mit dem Antiemetikum Emend® (Aprepitant) vertreten. In seiner Entwicklungspipeline hat der Konzern zum Beispiel Deforolimus gegen Weichteil- oder Knochensarkome in der klinischen Phase III sowie in Phase II je einen Wirkstoff gegen Sarkom und gegen kolorektalen Krebs.

Schering-Plough hat beispielsweise das pegylierte Interferon Pegintron® gegen Melanom in der Onkologie-Pipeline, außerdem einen CDK-Inhibitor, einen CHK-1-Inhibitor und Robatumumab, ein Anti-IGF-1R-Antikörper. Für sein umsatzstärkstes Krebsarzneimittel Temodal® (Temozolomid) gegen maligne Gliome hat Schering-Plough gerade in der EU die Zulassung für weitere Darreichungsformen erhalten: intravenös und als Sachets.

Auch die Neurologie soll in dem neuen Konzern zu einem tragenden Bereich ausgebaut werden. Schering-Plough bringt hier Saphris® (Asenapin) zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen ein, das sich in der EU im Zulassungsverfahren befindet. Außerdem wurde vor einigen Monaten Bridion® (Sugammadex) zur Aufhebung Op-bedingter tiefer neuromuskulärer Blockade eingeführt. Einige experimentelle Wirkstoffe sind außerdem gegen Morbus Parkinson, darunter Preladenant, und Morbus Alzheimer in der klinischen Entwicklung. Die neurologische Pipeline von Merck ist hier mit Produktkandidaten gegen Migräne und Schlafstörungen bestückt.

Wie Merck-Forschungschef Peter Kim vor Analysten gleich mehrmals betonte, bringe Schering-Plough mit der Onkologie und der Neurologie Bereiche ein, in denen Merck gerade dabei ist, seine Fähigkeiten aufzubauen. Damit könne Merck auch die Beziehungen zu den auf diesen Gebieten tätigen Ärzten stärken.

Die Unternehmen

Die Wurzeln liegen in Deutschland

Merck & Co. und Schering-Plough haben deutsche Wurzeln. Sie entstanden Ende des neunzehnten Jahrhunderts als amerikanische Niederlassungen deutscher Unternehmen, zum einen der heutigen Merck KGaA, zum anderen von Schering (heute einer Tochter des Leverkusener Bayer Konzerns). Im ersten Weltkrieg wurde Merck, im zweiten Weltkrieg Schering in Amerika enteignet, seither gibt es außer der Namensähnlichkeit keine Verbindungen mehr zwischen den Unternehmen. In Deutschland firmiert Merck & Co. unter MSD Sharp & Dohme, Schering-Plough unter Essex Pharma.(ava)

Merck & Co. / MSD

Sitz: Whitehouse Station (USA); MSD: Haar bei München

Aktuelle Geschäftszahlen:

Umsatz 2008: 23,9 Mrd. US-$, 593 Mio. Euro in Deutschland

Gewinn 2008: 7,8 Mrd. Dollar

Mitarbeiter: weltweit: 60 000, in Deutschland: 1200

Schering-Plough

Sitz: Kenilworth (New Jersey, USA), Essex Pharma in Deutschland: München

Umsatz 2008: 18,59 Mrd. US-$ Gewinn 2008: 1,75 Mrd. US-$

Mitarbeiter: weltweit: 50 000, in Deutschland: 1000

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