Fachkräftemangel

Nachqualifizierung ungelernter Pflegehilfskräfte in Thüringen angelaufen

Für Thüringer Pflegeheime wird es immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Thüringen baut deshalb die Weiterbildung von ungelernten Hilfskräften aus.

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Erfurt. An Thüringer Berufs- und Pflegeschulen ist nach einer Neuregelung die Weiterbildung ungelernter Pflegehilfskräfte angelaufen. Derzeit hätten etwa 90 Teilnehmer Vorbereitungskurse aufgenommen, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage mit. Knapp die Hälfte hätten die Zulassung zur Externen-Prüfung beantragt.

Mit der Weiterbildung, die mit einer Änderung der Thüringer Berufsschulordnung in diesem Jahr ermöglicht wurde, können die Teilnehmer den Abschluss als qualifizierte Hilfskraft erwerben.

Das Land reagiert damit auf den zunehmenden Personalbedarf in Pflegeheimen und eine neue Bundesregelung zur Personalbemessung in der Pflege. Diese macht den Personalbedarf und den Anteil von Fach- und Hilfskräften vom Pflegegrad der Heimbewohner abhängig.

DRK sieht Unklarheiten

Voraussetzung für die Nachqualifizierung ist, dass sie innerhalb von zehn Jahren mit Unterbrechungen fünf Jahre als ungelernte Hilfskraft tätig waren. Nach früheren Angaben vom Bildungs- und Gesundheitsministerium betrifft das bis zu 2200 Pflegebeschäftigte.

Pflegeanbieter sehen allerdings noch Fragezeichen. Aus Sicht des DRK Thüringen etwa ist nach Angaben eines Sprechers unter anderem unklar, wie die Nachqualifizierung in Thüringen im Verhältnis zur bundeseinheitlichen reformierten Pflegehelferausbildung qualitativ zu bewerten sei. Diese solle 2025 starten.

Die Schulen in freier Trägerschaft stellen laut Bildungsministerium Lehrgangskosten in Rechnung. Diese Kosten seien jedoch über die Agentur für Arbeit durch Bildungsgutscheine refinanzierbar. Für die Zulassung zur externen Prüfung fallen Gebühren an. In Thüringer Pflegeeinrichtungen arbeiteten nach amtlicher Statistik Ende 2021 rund 36.000 Pflegekräfte, aktuellere Zahlen liegen bislang nicht vor. (dpa)

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