Direkt zum Inhaltsbereich

Urteil

Nicht jeder Diabetiker "schwerbehindert"

Wann ist ein Diabetiker schwerbehindert? Die Richter des Bundessozialgerichts haben in einem Urteil drei Kriterien genannt, die erfüllt sein müssen.

Veröffentlicht:
Wann ist ein Diabetiker schwerbehindert? Die Richter des Bundessozialgerichts haben eine klare Antwort darauf gegeben.

Wann ist ein Diabetiker schwerbehindert? Die Richter des Bundessozialgerichts haben eine klare Antwort darauf gegeben.

© Bernd Schoelzchen / dpa

KASSEL (mwo). Ständige Blutzuckerkontrolle, auf gesund Ernähren achten und regelmäßige vorbeugende Arztbesuche: Das reicht nicht, damit Diabetiker als Schwerbehinderte anerkannt werden.

Damit ist die Lebensführung der Erkrankten nicht "erheblich beeinträchtigt", urteilte das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel am Donnerstag.

Der Schwerbehindertenausweis setzt einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 voraus. Dafür müssen drei Kriterien erfüllt sein:

So muss der Zuckerkranke sich mindestens viermal täglich Insulin spritzen. Man dürfe aber "nicht zu penibel sein", wenn die Grenze gelegentlich unterschritten wird, betonte das BSG.

Es ist nötig, dass der Kranke seine Insulindosis immer neu anpassen müsse.

Die Krankheit müsse die Lebensführung "erheblich beeinträchtigen", so die Richter.

Die Klägerin sah sich "erheblich beeinträchtigt": Sie müsse viermal täglich Insulin in unterschiedlichen Dosen spritzen, auf ihre Ernährung achten und vorbeugend regelmäßig zum Arzt gehen, damit keine Verschlimmerung der Erkrankung eintritt. Daher müsse sie als schwerbehindert gelten.

Auch wenn ihr Tagesablauf sich ständig um die Zuckerkrankheit drehe, sei damit die Lebensführung noch nicht "erheblich beeinträchtigt", betonte das Gericht. Die Diabetikerin habe ihre Krankheit gut im Griff.

Stark beeinträchtigende Folgeerkrankungen lägen nicht vor, so auch kein Anspruch auf Anerkennung als Schwerbehinderte. Es bekräftigte damit seine bisherige Rechtsprechungvom 2. Dezember 2010 (Az.: B 9 SB 3/09 R).

Az.: B 9 SB 2/12 R

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Luftverschmutzung aufgrund von Feuer, gepaart mit Hitzewellen - da leidet nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz.

© Kang / stock.adobe.com

Effekte der Klimaerwärmung

Hitze plus Waldbrandrauch erhöhen kardiovaskuläre Mortalität