Kommentar – Bereitschaftsdienst

Notdienst attraktiv machen

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

In der Diskussion um den Notdienst wird die steigende Inanspruchnahme der Klinikambulanzen oft kritisiert. Der kassenärztliche Bereitschaftsdienst steht weniger im Fokus – wohl auch, weil manche Patienten ihn schlicht nicht kennen. Das liegt auch daran, dass der Notdienst wenig beworben wird und unter vielen Ärzten und KVen nicht positiv besetzt ist.

Wenn möglich, werden die Dienste gerne Kollegen überlassen, die sich freiwillig melden. KVen aber finden nur mit Mühe Freiwillige. Folge ist eine Überlastung der wenigen Freiwilligen, deren Zahl immer weiter abbröckelt. Bei Ärzten, die länger nicht im Notdienst gearbeitet haben, erhöht sich die Hemmschwelle, nach Jahren teils hoch spezialisierter Arbeit in der Praxis wieder Basismedizin zu machen. So entsteht eine Spirale, die immer mehr Ärzte vom Notdienst entfremdet.

Einzelne KVen wie Hamburg haben schon die Kehrtwende vollzogen: Eine Imagekampagne für den Bereitschaftsdienst soll nicht nur den Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung erhöhen. Sie zeigt auch, wie wertvoll es für Ärzte sein kann, im Notdienst zu arbeiten.

Um den Bereitschaftsdienst attraktiv zu machen, braucht es aber mehr als Kampagnen und höhere Honorare. Ärztinnen im Notdienst müssen sicher und ohne Angst vor Übergriffen arbeiten können und für die zusätzliche Belastung etwa am Wochenende ist ein Ausgleich erforderlich. Seite 6

Lesen Sie dazu auch: Notdienst-Ärzte - Flensburg setzt jetzt auf Zwang

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