Uniklinikum Göttingen

Patient erhebt schwere Vorwürfe

Seit einer Lebertransplantation funktionieren seine Nieren nicht mehr richtig - nun hat ein 48-Jähriger vor Gericht gegen einen Mediziner des Göttinger Uniklinikums ausgesagt.

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GÖTTINGEN. Im Prozess gegen den früheren Leiter der Transplantationschirurgie am Göttinger Uniklinikum hat ein Patient am Freitag schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten erhoben.

Der 48-Jährige hatte im März 2010 eine Spenderleber eingepflanzt bekommen. Danach habe sich sein Zustand stark verschlechtert. "Lieber nicht transplantieren, sterben wäre besser", so der türkischstämmige Patient vor dem Landgericht Göttingen.

Der Patient litt an einer durch übermäßigen Cola-Konsum hervorgerufenen Leberzirrhose. 2008 kam er mit Krampfader-Blutungen in der Speiseröhre ins Klinikum.

Damals unterschrieb er eine Einverständniserklärung zur Transplantation. Auf die Frage, ob er den Aufklärungsbogen gelesen habe, sagte er: "Eigentlich nicht, ich hatte Vertrauen." Er habe nicht den ganzen Text verstanden, es sei kein Dolmetscher vor Ort gewesen.

Nach dem Eingriff funktionierten seine Nieren dann nicht mehr richtig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Spender langjähriger Alkoholiker gewesen sein.

Der Chirurg habe dagegen gesagt, dass das Organ von einem Sportler stamme und von guter Qualität sei, sagte der 48-Jährige. Nicht nur deshalb fühlt er sich getäuscht.

Er habe später erfahren, dass im Meldesystem ein Leberzellkarzinom angegeben war, obwohl er keine Krebserkrankung gehabt habe.

Der Chirurg trat den Vorwürfen entgegen. Er habe mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch geführt und jedes Detail besprochen. Dieser habe eine Transplantation ausdrücklich gewünscht. (pid)

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