Patientensicherheit

Personelle Engpässe? Düsseldorfer Uniklinik wehrt sich

Wirkt sich Personalknappheit negativ auf die Sicherheit von Patienten des Uniklinikums Düsseldorf aus? Die Klinik sieht sich zu Unrecht am Pranger.

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KÖLN. Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) wehrt sich gegen Vorwürfe, Personalknappheit würde zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Patientensicherheit führen.

Im Radiosender WDR hatte eine Krankenpflegerin anonym über die Überlastung des Pflegepersonals und die negativen Auswirkungen berichtet. In dem Beitrag hatte sie gesagt, Patienten würden zu früh von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt, auch wenn sie noch überwachungspflichtig sind.

"Das hat schon oft dazu geführt, dass Patienten dann in Folge der wesentlich schlechteren Betreuung auf der Normalstation verstorben sind", so die Krankenpflegerin.

Neue Schichten eingeführt

In einer Stellungnahme betont das UKD, dass die Verlegung nach einem abgestuften Versorgungskonzept erfolge. "Die Mehrzahl der Patienten wird nicht auf Normalstationen, sondern wegen des häufig noch erhöhten Überwachungsbedarfs zunächst auf Intermediate Care Einheiten verlegt", heißt es dort.

Bei der Rate der ungeplanten frühen Wiederaufnahmen auf die Intensivstation liege das Haus stets unterhalb der national und international akzeptierten Schwellen.

Mit Blick auf den beklagten Pflegenotstand entgegnet das Klinikum, dass der Personalbestand seit 2016 aufgestockt worden und die Pflege von fachfremden Aufgaben entlastet worden sei. Zudem habe ein neuer Schichtplan die Einführung von neuen Schichten möglich gemacht.

Die Krankenpflegerin hatte auch berichtet, dass die Überlastung zu Hygienefehlern führe, und hatte als Beleg den Ausbruch eines multiresistenten Keims auf einer Intensivstation genannt.

In Offensive gegangen

Die Klinik war Anfang Mai selbst in die Offensive gegangen und hatte über den Keimbefall berichtet. Danach waren 2017 zwei genetisch verschiedene Typen des Keimes Acinetobacter baumannii von zwei unterschiedlichen Patienten ins Haus gebracht worden.

In der Folge wurden 22 Patienten befallen, elf starben, davon acht mit einer nachgewiesenen Infektion. "Welchen Einfluss die Infektion auf den einzelnen Krankheitsverlauf bei den extrem schweren Grunderkrankungen hatte, ist nicht eindeutig feststellbar", hatte das UKD mitgeteilt.

Es gebe keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang des Keimbefalls mit Hygienemängeln, betonte ein Kliniksprecher gegenüber der "Ärzte Zeitung".

Sowohl Experten des Robert-Koch-Instituts als auch des Düsseldorfer Gesundheitsamtes hätten dem UKD bescheinigt, mit dem Befall korrekt umgegangen zu sein. (iss)

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