GOÄ-Reform

Privatärzte sind gespannt auf neue GOÄ

Nullrunde oder kräftige Steigerung nach Jahren der Stagnation? Die Privatärzte stehen in Sachen GOÄ zwischen Hoffen und Bangen.

Veröffentlicht:
Gebührenordnung mit Verfallsdatum? Nicht nur die Privatärzte warten auf eine neue GOÄ.

Gebührenordnung mit Verfallsdatum? Nicht nur die Privatärzte warten auf eine neue GOÄ.

© Thomaier

FRANKFURT. Die organisierten Privatärzte sind derzeit nicht unglücklich darüber, dass sie der Kassenmedizin den Rücken gekehrt haben.

Zwar hat der Zulauf in die private Krankenversicherung zuletzt nachgelassen, doch was derzeit im GKV-System geschehe, sei nicht dazu angetan, die freie Berufsausübung von Ärzten zu fördern, sagte Dr. Norbert Franz, 1. Vorsitzender des Privatärztlichen Bundesverbandes (PBV) zur Eröffnung des Tages der Privatmedizin in Frankfurt.

"Im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sind sehr viele Kröten für Vertragsärzte versteckt", sagte Franz. Er habe vor allem den Eindruck, dass die "flächendeckende ambulante fachärztliche Versorgung verschwinden und an die Krankenhäuser verlagert werden soll".

Franz und sein Vorstandskollege Dr. Thomas P. Ems gaben einen kleinen Ausblick auf die zu erwartende neue GOÄ. Es werde nach ihrem Wissensstand eine Aufwertung der sprechenden Medizin geben, vor allem der Gebührenordnungspositionen GOÄ-Nrn. 1, 3 und 34 um 35 bis 45 Prozent.

Dafür würden technische Leistungen leicht abgewertet, zum Beispiel der Ultraschall. Die größte Abwertung sei beim MI- und MII-Labor zu erwarten.

"Für die allgemeinmedizinische Praxis alles in allem ein Nullsummenspiel", sagte Ems, der einräumte, dass der Verhandlungsstand zwischen Bundesärztekammer und Privater Krankenversicherung "eine Blackbox" sei. Wichtig seien auch, wie die Details am Ende von der BÄK ausgehandelt würden, zum Beispiel Abrechnungsausschlüsse oder Beschränkungen der Häufigkeit der Abrechnung.

Für die Ärzte sei klar, dass die neue GOÄ nach all den Jahren eine Anhebung der Sätze bringen müsse, sagte Franz, aber die Länder, die über die Beihilfe mit im Boot sitzen, hätten bereits signalisiert, dass sie Mehrkosten nicht tragen könnten - "da drehen wir uns im Kreis".

Es bleibe aber dabei, dass die privatärztliche Vergütung immer noch deutlich besser sei als im Kassenbereich üblich.

Franz appellierte an die Privatärzte, in ihren Praxen auch ohne Regelungsdruck das Qualitätsmanagement voranzubringen und sich zertifizieren zu lassen. Zu den Kosten für die Zertifizierung könne man einen öffentlichen Zuschuss von 1500 Euro bekommen.

Es sei nicht gut für Privatärzte, wenn es von Vertragsarztseite heiße, dass es in Privatpraxen keine Qualität gebe. Franz: "Da muss man reagieren." (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen