Insulinversorgung

Sanofi nimmt Humaninsuline vom Markt

Drei Humaninsuline der Sanofi-Range „Insuman“ werden nicht mehr produziert. Nur die Variante Insuman Infusat zur subkutanen Anwendung in Insulinpumpen soll im Markt bleiben.

Veröffentlicht:
Firmenlogo am Produktionsstandort Frankfurt-Höchst.

Firmenlogo am Produktionsstandort Frankfurt-Höchst.

© Thomas Lohnes

Frankfurt/Main. Sanofi stellt den Vertrieb dreier seiner rekombinanten Humaninsuline dauerhaft ein. Wie es in einem „Kundenschreiben“ heißt, betrifft das die Produkte Insuman Rapid, Insuman Basal sowie Insuman Comb 25. Sanofi hatte bereits im Dezember vorigen Jahres Lieferengpässe für diese Produkte mitgeteilt, die ab Mitte 2023 nach und nach hätten beendet sein sollen.

Nun habe man, so der Hersteller, wegen anhaltender Fertigungsprobleme jedoch beschlossen, „die Herstellung und Lieferung unserer Humaninsuline weltweit einzustellen, um damit die Produktion unserer häufiger verordneten Insuline abzusichern“; gemeint sind damit wohl vor allem Sanofis Insulinanaloga. Restbestände der drei eingestellten Humaninsuline würden noch bis Ende Juli abverkauft.

Die Produktvariante Insuman Infusat zur subkutanen Anwendung in Insulinpumpen werde aber „ weiterhin zur Verfügung stehen“, versichert Sanofi. Allerdings war im März dieses Jahres ein Lieferengpass auch für Insuman Infusat bekanntgegeben worden – voraussichtlich bis Mitte 2025. In einschlägigen Patientenforen wird daher bereits spekuliert, dass Infusat ebenfalls demnächst ganz vom Markt genommen werden könnte.

Die eingestellten Produkte und Varianten auf einen Blick:

  • Insuman Rapid 100 I.E./ml, Injektionslösung in einer Patrone (3 ml), PZN 08923023 / 08923000
  • Insuman Rapid SoloStar 100 I.E./ml, Injektionslösung im Fertigpen (3 ml), PZN 01483785 / 01474384
  • Insuman Basal 100 I.E./ml, Injektionssuspension in einer Patrone (3 ml), PZN 08922851 / 08922845
  • Insuman Basal SoloStar 100 I.E./ml, Injektionssuspension im Fertigpen (3 ml), PZN 01484069 / 01484052
  • Insuman Comb 25 100 I.E./ml, Injektionssuspension in einer Patrone (3 ml), PZN 08922897
  • Insuman Comb 25 SoloStar 100 I.E./ml, Injektionssuspension im Fertigpen (3 ml), PZN 01493571 / 01495328

Wie es in dem Kundenanschreiben des Unternehmens weiter heißt, sollen ab sofort „keine neuen Patient*innen mit einer der drei Insuman-Formen behandelt werden“. Patienten, die diese Präparate erhalten, seien „auf geeignete Alternativen“ umzustellen. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vermögensanlage in geopolitisch herausfordernden Zeiten

Investmentstratege: Geldanleger mit starken Nerven können in der Krise Chancen nutzen

Kooperation | In Kooperation mit: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Lesetipps
Ein Kardiologe verwendet einen Schlauch für die Radiofrequenzkatheterablation eines Patienten mit Vorhofflimmern.

© romaset / stock.adobe.com

Nach Katheterablation

Kontrolle von Risikofaktoren schützt vor Vorhofflimmern-Rezidiven

Eine Blutprobe zur Bestimmung von vier kardiovakulären Schlüsselmarkern.

© Henrik Dolle / stock.adobe.com

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist

Diabetischer Fuß mit Ulkus

© Brauer / stock.adobe.com

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß