Gabun

Tübinger Know-how stärkt Medizin

Die Kooperation der Universität Tübingen mit Gabun soll zu neuen Vakzinen und Therapien führen.

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TÜBINGEN/LAMBARéNé. Die Universität Tübingen richtet erstmals eine Forschungsprofessur in einem afrikanischen Land ein. Die vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der Regierung Gabuns unterstützte Professur soll sich mit der Immunepidemiologie und klinischen Infektionsforschung in den Tropen befassen und wird am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun angesiedelt (wir berichteten kurz). Auf die Professur, die zunächst auf fünf Jahre befristet ist, ist nach Uniangaben Dr. Ayola Akim Adegnika berufen, der derzeit unter anderem bereits als Co-Direktor am CERMEL in Lambaréné arbeitet. Das Forschungszentrum in Lambaréné soll langfristig zu einer Universitätsklinik ausgebaut werden.Die Stadt liegt 240 Kilometer südöstlich von der gabunischen Hauptstadt Libreville.

"Die neue Forschungsprofessur stärkt die Zusammenarbeit der Universität Tübingen sowohl mit dem DZIF als auch mit unseren Partnern in Gabun", sagte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Ingo Autenrieth. Seit vielen Jahren habe das Tübinger Institut für Tropenmedizin über dessen Direktor Professor Peter Kremsner ausgezeichnete Kontakte nicht nur zum CERMEL, sondern auch zu dem von Albert Schweitzer gegründeten Hospital in Lambaréné. Beide Einrichtungen würden von Kremsner als Direktor beziehungsweise wissenschaftlicher Direktor geleitet.

Die neue Professur biete nun die Chance, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Vakzine und Therapien deutlich zu intensivieren. Nach den aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten 2015 schätzungsweise 200 Millionen Menschen an Malaria. Fast 500.000 starben im gleichen Zeitraum an den Folgen der Krankheit, 90 Prozent von ihnen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Mit Adegnika sei es gelungen, einen ausgezeichneten Experten für Tropenkrankheiten zu gewinnen, so Kremser. Der 42-Jährige werde seine Forschungs- und Lehrtätigkeit überwiegend vor Ort in Afrika ausüben. Ein wichtiger Schwerpunkt werde in der Malariaforschung liegen. "Obwohl wir bei der Bekämpfung dieser Infektionskrankheit in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht haben, bleibt die Malaria eine gewaltige Bedrohung für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen in den Tropen", sagte Kremsner. "Unser Ziel ist es, eine Impfung zu entwickeln, die einen vollständigen Schutz gegen die Malaria bietet", ergänzt er. (maw)

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