Der konkrete Fall

Unfallpolicen zeigen sich als "Renditekiller"

In die Unfallversicherung einzahlen und am Ende der Laufzeit das Geld plus Zinsen zurück, ist das ein gutes Geschäft? "Unfug", mahnen Verbraucherschützer.

Veröffentlicht:

Frage: Mein Bankberater hat mir wegen der niedrigen Zinsen eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr als Kapitalanlage empfohlen. Ist das sinnvoll?

Antwort: Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sehen auf den ersten Blick nach einem guten Geschäft aus: Der Kunde erhält einen Unfallschutz. Das heißt, wenn er verunglückt und dabei dauerhafte Schäden davonträgt, leistet der Versicherer eine Einmalzahlung. Am Ende der Laufzeit versprechen die Gesellschaften die Rückerstattung der gezahlten Prämien - zuzüglich einer Beteiligung an den Überschüssen, die der Versicherer erwirtschaftet hat.

Verbraucherschützer raten jedoch dringend von solchen Policen ab. "Das ist Unfug", sagt Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten (BdV). In Wahrheit schließen die Versicherten nicht eine, sondern zwei Policen ab: Eine Unfallversicherung und eine Kapitallebensversicherung. Letztere garantiert die Rückzahlung der Beiträge.

Lebenspolicen seien generell keine sonderlich gute Form der Geldanlage. Denn die Kosten sind hoch und die Rendite dürftig. Auf neu abgeschlossene Verträge garantieren die Versicherer derzeit nur eine Verzinsung von 1,75 Prozent auf den Sparanteil an den Prämien. Anfang nächsten Jahres soll der Garantiezins gar auf 1,25 Prozent sinken.

Neben der garantierten Leistung beteiligen die Versicherer ihre Kunden zwar noch an ihren Überschüssen. Die sind aber nicht über die gesamte Laufzeit garantiert, sondern werden jedes Jahr neu festgesetzt. Und: Die Überschussbeteiligung sinkt seit Jahren.

Die Kombination mit einer Unfallpolice mache die Versicherung noch unrentabler, so Kleinlein vom BdV. "Die Unfallversicherung ist ein Renditekiller", sagt er. Dadurch, dass ein Teil der Beiträge in den Risikoschutz fließt, falle die Verzinsung noch schlechter aus als bei einer reinen Lebensversicherung. (frk)

Mehr zum Thema

Private Krankenversicherer

Hallesche führt die elektronische Patientenakte ein

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird

Risikoanalyse

Komplikation nach Hernien-Operation: Wer ist gefährdet?

Lesetipps
Mehrkosten für die Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung seien Investition in den Erhalt der Praxen, betont Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. 

© Michael Kappeler / dpa

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Brücke zwischen zwei Steilklippen. Auf der Brücke stehen zwei Menschen.

© Usman / stock.adobe.com

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle