Klinikmanagement

Uniklinik Köln investiert in ambulante Versorgung

Auch Universitätskliniken können erfolgreich wirtschaften. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Uniklinik Köln. Das Haus hat sogar Spielraum für Investitionen.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Dank hoher Auslastung in den schwarzen Zahlen: das Universitätsklinikum in Köln.

Dank hoher Auslastung in den schwarzen Zahlen: das Universitätsklinikum in Köln.

© Chai von der Laage / imago

KÖLN. Die Universitätsklinik Köln plant ein neues onkologisches Ambulanzgebäude. Der zum Centrum für integrierte Onkologie gehörende Neubau soll rund 70 Millionen Euro kosten.

Damit wolle die Uniklinik der immer stärkeren interdisziplinären Ausrichtung in der Versorgung onkologischer Patienten Rechnung tragen, sagte der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor Professor Edgar Schömig bei der Jahrespressekonferenz des Klinikums.

"Man muss die räumlichen Strukturen dafür schaffen, dass die Patienten interdisziplinär behandelt werden können."

Zurzeit würde der Austausch der Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen mehrmals täglich über Konferenzen erfolgen. "Dabei geht viel Zeit durch die langen Wege auf dem Gelände verloren", sagte er.

Umsatz und Jahresüberschuss steigen deutlich

Die gute wirtschaftliche Lage bietet der Uniklinik den notwendigen Spielraum für solche Investitionen. Inklusive aller Tochterunternehmen hat sie im vergangenen Jahr einen Umsatz von 755 Millionen Euro erwirtschaftet, das war eine Steigerung um 6,5 Prozent.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 2,4 Millionen Euro auf 3,8 Millionen Euro.

Der von der Klinik selbst erwirtschaftete Umsatz stieg um 25 Millionen Euro auf 372 Millionen. Davon stammten zehn bis 15 Prozent von Privatpatienten, berichtete der Kaufmännische Direktor Günter Zwilling.

"Die Klinik hat nicht das primäre Ziel, höchstmögliche Gewinne zu erzielen", betonte er. Es gehe um das Angebot einer hochqualitativen Behandlung sowie eine ausgezeichnete Forschung und Lehre.

"Es hat sich aber inzwischen bei den Führungskräften die Überzeugung durchgesetzt, dass unwirtschaftliches Handeln unethisch ist."

Intensives Kostenmanagement trägt Früchte

Zwar spüre auch die Kölner Uniklinik die gestiegenen Personalkosten, so Zwilling. Durch den gestiegenen Casemix sei die Belastung aber deutlich gedämpft worden.

In den vergangenen fünf Jahren sei es gelungen, die Ausgaben für den medizinischen Leistungsbedarf durch ein intensives Kostenmanagement um 16 Prozent zu senken.

Das Haus hat im vergangenen Jahr über 270.000 Patienten versorgt, davon 220.000 ambulant. Die Summe der medizinischen Leistungen sei um sechs Prozent gestiegen, sagte Schömig.

In manchen Bereichen sei die Nachfrage so groß, dass sich Wartezeiten nicht vermeiden ließen, manche Patienten müssten abgewiesen werden. "Die Erweiterung der Kapazitäten kann nur in kleinen Schritten erfolgen", so Schömig.

Kein aktives Werben um ausländische Patienten

Die Uniklinik Köln setzt den Fokus auf vier medizinische Schwerpunkte: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alterserkrankungen, neuropsychiatrische Erkrankungen und die Onkologie.

Gerade in der Onkologie gebe es starke Zuwächse, berichtet der Ärztliche Direktor.

Die Nachfrage steige auch bei Patienten aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Die Klinik habe eine Auslastung von 87 Prozent bis 88 Prozent und werbe deshalb nicht gezielt um internationale Patienten.

"Wir wollen auch nicht die deutschen Patienten verdrängen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge bezahlen."

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