Direkt zum Inhaltsbereich

Baden-Württemberg

Uniklinik Mannheim nicht nur Lehrstandort

Die Landesregierung tritt Befürchtungen entgegen, die Universitätsmedizin Mannheim könnte abgewertet werden zu einem alleinigen Standort für die Lehre.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium ist Mutmaßungen entgegengetreten, die Universitätsmedizin Mannheim könnte abgewertet werden zu einem Standort mit dem Schwerpunkt auf der Lehre.

In einer parlamentarischen Anfrage im Landtag hat die CDU-Fraktion eine derartige Schwerpunktsetzung "als Ansatz für Sparvorschläge (für) ungeeignet" erklärt. Eine Sonderrolle nehme die Universitätsmedizin Mannheim lediglich dahin gehend ein, dass sich die Finanzierungszuständigkeit des Wissenschaftsministeriums auf die Universitätsmedizin beschränkt - diese nämlich ist eine Fakultät der Universität Heidelberg.

Das Klinikum Mannheim hingegen wird in der Rechtsform einer GmbH geführt, deren Alleingesellschafter die Stadt Mannheim ist. Damit unterliegt die Krankenversorgung am Uniklinikum Mannheim weder der Rechts- noch der Fachaufsicht des Wissenschaftsministeriums.

Ausdrücklich schließt sich die Landesregierung der Bewertung des Wissenschaftsrates an. Der Rat hatte im Januar in einer Evaluation vor allem die positive Entwicklung der Leistungen in den vier Forschungsschwerpunkten an der Universitätsmedizin Mannheim hervorgehoben.

Erwähnt wird weiterhin der Modellstudiengang, das "Mannheimer Reformierte Curriculum Medizin" (MaReCuM), das "insbesondere in der vorklinischen Ausbildung Anerkennung genießt".

Begrenzter Spielraum für Hoschulen und Wissenschaftspolitik

Die Landesregierung erinnert auch an die To do-Liste des Wissenschaftsrates. In der Evaluation war eine "gemeinsame Orientierung der Interessen und Handlungsweisen beider Träger (Medizinische Fakultät Mannheim und Uniklinikum, d. Red.) an den Erfordernissen und von Forschung und Lehre" als Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung genannt worden. Als "unabdingbar" bezeichnet die Landesregierung unter anderem eine veränderte Leitungsstruktur des Klinikums in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat.

Zurückhaltend zeigt sich die Landesregierung mit Blick auf die Idee, Standorte mit Spitzenforschung und solche mit einem Schwerpunkt in der Lehre zu unterscheiden. Bundesärzteordnung und die Approbationsordnung setzen für die Ausbildung von Ärzten "zwingend eine adäquate Forschungstätigkeit der Hochschule" voraus. Damit sei der Spielraum für Hochschulen und Wissenschaftspolitik "begrenzt", die Lehre in den Fokus zu rücken.

Das Klinikum Mannheim hatte im Jahr 2012 einen Überschuss von knapp sechs Millionen Euro verbucht. Nur das Uniklinikum Freiburg verzeichnete außerdem mit 3,8 Millionen Euro einen Überschuss.

In Heidelberg (-1,7 Millionen Euro), Tübingen (-2,7 Millionen Euro) und Ulm (-14,9 Millionen Euro) hingegen waren im Jahr 2012 rote Zahlen aufgelaufen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram