Verdacht auf Abrechnungsbetrug auch bei Helios in Erfurt

Wieder Ärger für den Klinikbetreiber Helios: Wie die Häuser in Berlin steht nun auch die Klinik in Erfurt unter Verdacht, bei Abrechnungen betrogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Die Helios-Klinik in Erfurt ist ins Visier der Staatsanwaltschaft gerückt.

Die Helios-Klinik in Erfurt ist ins Visier der Staatsanwaltschaft gerückt.

© Karina Hessland / imago

ERFURT (rbü). Der Abrechnungsskandal bei den Berliner Helios-Kliniken zieht seine Kreise nun bis nach Thüringen. Wie die Staatsanwaltschaft in Erfurt mitteilte, wird in insgesamt acht Fällen gegen das Helios-Klinikum in Erfurt ermittelt.

Es bestehe ebenfalls der Verdacht auf Abrechnungsbetrug, bestätigte Sprecher Hannes Grünseisen. In der vergangenen Woche habe die Staatsanwaltschaft in Berlin die Kollegen in Thüringen auf mögliche Vergehen aufmerksam gemacht.

Im Juni 2011 hatte die Polizei bei einer Razzia mehrere Berliner Helios-Kliniken durchsucht und bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Dort besteht der Verdacht, dass Patienten im Krankenhaus ambulant von Ärzten versorgt wurden, die dafür keine Ermächtigung von der Kassenärztlichen Vereinigung besaßen.

Keine Angaben zur Höhe des möglichen Schadens

Ein ähnlich gelagerter Abrechnungsbetrug gegenüber der KV wird nun auch in der Erfurter Klinik des Helios-Konzerns vermutet. Details könne er derzeit noch nicht nennen, so Grünseisen. Es werde in allen acht Fällen gegen unbekannt ermittelt.

Zur Höhe des möglichen Schadens konnte er ebenfalls keine Angaben machen. Der Vorgang sei jetzt an die auf Betrug im Gesundheitswesen spezialisierte Staatsanwaltschaft in Meiningen abgegeben worden.

Das Helios-Klinikum in Erfurt ist mit 1300 Betten und 1800 Mitarbeitern eine der größten Einrichtungen in Thüringen. Der Konzern betreibt im Freistaat drei weitere Kliniken sowie mehrere MVZ.

Ob es sich tatsächlich um echten Abrechnungsbetrug handelt, ist jedoch umstritten. Häufig sind nur Chefärzte von der KV für die Erbringung ambulanter Leistungen ermächtigt, beispielsweise um Versorgungsengpässe zu schließen. Stattdessen werden die Behandlungen aber von Assistenzärzten vorgenommen.

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