Verhaltener Optimismus in der MedTech-Branche

Angst muss die MedTech-Branche nicht haben: Die Umsätze wachsen. Glücklich ist die Branche trotzdem nicht.

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Ein Medizintechniker während seiner Arbeit an einem Narkosegerät in einem Medizinlabor.

Ein Medizintechniker während seiner Arbeit an einem Narkosegerät in einem Medizinlabor.

© Olaf Döring / imago

BERLIN (reh). Die Medizintechnologie bleibt ein Wachstumsmarkt in Deutschland. Das zeigt der Jahresbericht 2011/12 des Bundesverbands Medizintechnologie, BVMed.

Trotzdem fällt der Ausblick der MedTech-Unternehmen eher verhalten optimistisch aus: 46 Prozent der Unternehmen erwarten zwar 2012 eine Gewinnsteigerung, 15 Prozent gehen aber von einem Gewinnrückgang aus.

Für seinen Jahresbericht befragt der BVMed regelmäßig seine Mitglieder. An der Herbstumfrage 2011 haben sich laut Verband 117 Mitgliedsunternehmen beteiligt. Von diesen gaben über 80 Prozent an, 2012 ihre Umsätze verbessern zu können.

Dabei habe das Umsatzwachstum 2011 bereits bei stabilen 5,3 Prozent gelegen, berichtet der BVMed. Aber: "Die Gewinnsituation ist dagegen durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und durch höhere Außenstände geschmälert", so der BVMed.

Harte Zahlen kann der Verband allerdings nur für 2010 vorlegen: Da lag der Gesamtumsatz der Branche bei 20 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum um 9,4 Prozent.

Der Inlandsumsatz habe mit 7,2 Milliarden Euro fünf Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen, der Auslandsumsatz hingegen sei um zwölf Prozent auf 12,8 Milliarden Euro gestiegen.

Exportquote wächst weiter

In diesen Daten spiegelt sich die hohe Exportquote wider: Sie lag 2010 zwischen 60 und 65 Prozent. Fürs erste Halbjahr 2011 geht der BVMed sogar von einer Exportquote von 68 Prozent aus.

Interessant ist, dass die Unternehmen neun Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung steckten. Trotzdem schimpft die Hälfte der MedTech-Unternehmen auf die innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen.

Aber: 60 Prozent der Unternehmen sehen ein hohes Versorgungsniveau der Patienten. Weitere Vorteile des Standorts Deutschland seien gut ausgebildete Ärzte (44 Prozent), ein hoher Standard der klinischen Forschung (42 Prozent), aber auch die schnelle Marktzulassung (47 Prozent).

Die MedTech-Unternehmen investieren übrigens auch in neue Arbeitsplätze: Die Hälfte der befragten Unternehmen gab laut BVMed an, 2011 gegenüber dem Vorjahr Personal aufgebaut zu haben. Nur elf Prozent hatten im Vergleich zu 2010 Personal abgebaut.

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