Anlagen-Kolumne

Versicherung gegen schwere Krankheiten gehört ins Portfolio

Anleger richten ihr Augenmerk bei der Depotanalyse meist auf die Optimierung der Rendite. Die eigene Absicherung gegen Gesundheitsrisiken wird oft vergessen.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht: 25.10.2010, 05:00 Uhr

Die meisten Anleger denken beim Thema Vermögenserhalt an die optimale Aufteilung der Geldanlagen auf verschiedene Anlageformen. Investiert wird in Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle und Waldflächen oder auch in Zinsanlagen für die kurzfristigen Dispositionen.

Neben den üblichen Anlagerisiken sollten Familienernährer aber auch berücksichtigen, dass ihre Gesundheit eine fundamentale Rolle für den Erhalt des Vermögens spielt. Wenn eine Schlüsselperson in der Familie oder auch im Betrieb plötzlich schwer erkrankt oder einen schlimmen Unfall erleidet, kann dies existenzielle Folgen haben. So genannte Schwere-Krankheiten-Versicherungen können zumindest die finanziellen Risiken eines solchen Szenarios minimieren.

Bei Versicherungen ist man im ersten Augenblick immer etwas kritisch. Das ist sinnvoll. Fällt aber beispielsweise die Führungskraft einer Firma oder der Ernährer einer Familie über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft aus, kann dies einen beträchtlichen finanziellen Schaden zur Folge haben. Schließlich müssen etwaige Finanzierungen weiterhin bedient werden.

Insbesondere Arztpraxen können ähnlich wie Unternehmen nach einem solchen Vorfall vorübergehend die Einnahmen wegbrechen. Manche Praxis steht nach der Erkrankung ihres Chefs sogar vor dem existenziellen Ruin.

Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird keine monatliche Rente ausgezahlt, sondern in der Regel eine fest vereinbarte Versicherungssumme. Diese Auszahlung erfolgt nach der Diagnosestellung einmalig und ist unabhängig davon, ob die Arbeitskraft der versicherten Person eingeschränkt ist oder nicht. Der Leistungskatalog einer solchen Police umfasst mehr als 40 Krankheiten, die genau definiert sind. Neben Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall zählen hierzu auch Bypass-Operationen, Querschnittslähmung, Multiple Sklerose und andere. Dies bewahrt den Versicherten vor dem plötzlichen Schwinden des finanziellen Spielraums. Angesammeltes Vermögen muss nicht angegriffen werden.

Für den Fall der Fälle ist eine Schwere-Krankheiten-Versicherung also durchaus empfehlenswert und gehört ins Portfolio. Auch größere Gemeinschaftspraxen könnten von der Versicherung profitieren, weil sie eine umfangreiche Entlastung erhalten, sofern ein wichtiger Leistungsträger krankheitsbedingt ausfällt. Doch auch für den Erhalt des Familienvermögens kann sich die Versicherung als finanziell rettender Anker in Krisenzeiten erweisen.

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