Anlagenkolumne

Vorsicht an der Bahnsteigkante

Börsenindizes geben nach, ist das Ende der Hausse erreicht? Unser Kolumnist sieht widersprüchliche Signale.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Anleger weltweit fragen sich nach den jüngsten Kurseinbrüchen: "War es das jetzt?" Der Warnsignale gab es zuvor schon viele: Die Wachstumsraten der Geldmengen schwächen sich weltweit seit längerem ab, in China schrumpfte die Überschussliquidität sogar seit Anfang des Jahres deutlich. Wichtige Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes, der ifo-Index oder die OECD-Indikatoren tendieren nach unten.

Auch die Markttechnik gab Warnsignale. So sorgten etwa im US-Markt dieses Jahr nur wenige ganz große, vorwiegend Tech- Aktien für Kursanstiege des Index. Ohne die USA liegt der Weltaktienindex knapp zehn Prozent im Minus, genauso wie der Dax.

Ein wesentlicher Grund dürfte der Liquiditätsentzug der Notenbanken sein. Sämtliche Notenbanken weltweit sind restriktiver geworden. In den USA wird sogar eine Doppelstrategie gefahren: Zinserhöhung und Liquiditätsabschöpfung gleichzeitig – das gab es in der Wirtschaftsgeschichte bislang noch nie. Diese Strategie kommt zu einer Zeit, in der sich die Schulden weltweit verdoppelt haben, die US-Konsumentenschulden teils sogar verdreifacht.

Gleichzeitig zündelt der US-Präsident an jeder nur erdenklichen Stelle und scheint noch nicht gewillt, eine Lösung im Handelsstreit herbeizuführen. Immerhin, die extrem starke US-Wirtschaft gibt ihm Rückenwind. Vorerst ist daher noch eher mit einer Verschärfung der Handelsgespräche zu rechnen.

Um aber auch Positives zu berichten: Stimmungs- und Stressindikatoren wie die Volatilität deuten darauf hin, dass kurzfristig erhebliche Angst am Markt herrscht. Das spricht für eine Stabilisierung.

Fazit: Anleger die noch investiert sind, müssen nicht panikartig verkaufen. Kurzfristig lassen sich stark gefallene Titel einsammeln. Vorsichtig und langfristig orientierte Anleger sollten sich weiterhin in defensiven Sektoren (Pharma, Nahrung, Telekom) aufhalten.

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