Schleswig-Holstein

Werben um neue Ärzte für die Westküste

Das Westküstenklinikum sucht neue Fachärzte. Dabei soll den niedergelassenen Ärzten keine Konkurrenz entstehen, betont das Haus.

Veröffentlicht: 02.09.2015, 11:07 Uhr

BRUNSBÜTTEL. Das Westküstenklinikum (WKK) wirbt für seinen Standort in Brunsbüttel um niedergelassene Ärzte. Ziel ist es, fünf Vertragsärzte für eine Niederlassung im neu zu gründenden Integrierten Versorgungszentrum (IVZ) zu gewinnen.

Nach Angaben des WKK fanden in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche insbesondere mit Orthopäden, Anästhesisten und Neurologen statt. Auch Kardiologen und Radiologen gehören zu den erwünschten Fachgruppen.

"Es soll kein Ärztehaus neben dem Krankenhaus entstehen", betonte WKK-Chefin Dr. Anke Lasserre. Vielmehr gehe es um eine Verzahnung der Versorgung. Zwar verfolgen viele niedergelassene Ärzte der Region das Vorhaben kritisch.

Nach Auskunft der KV Schleswig-Holstein gibt es bislang aber keine Hinweise darauf, dass im IVZ ein Konkurrenzangebot zu bestehenden Praxen entstehen könnte.

Auch die Krankenkassen, die über eine Struktur-Umbauhilfe in Höhe von 9,7 Millionen Euro an der rund 18 Millionen Euro teuren Finanzierung des IVZ beteiligt sind, dürften kein Interesse an einem Aufbau von Doppelstrukturen haben.

Um entsprechende Unsicherheiten unter den Praxisinhabern abzubauen, hat die WKK-Führung regelmäßige Gespräche mit dem Vorstand des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste (MQW) vereinbart.

Als Vorteile für die niedergelassenen Ärzte nennt das WKK die gemeinsame Nutzung teurer medizinischer Geräte und eine vereinfachte Einbindung als Konsiliararzt in den Klinikablauf.

Lasserre spricht von einer "win-win-Situation für alle".Bis zum Jahr 2018 soll das bestehende Klinikgebäude in Brunsbüttel zum IVZ umgebaut werden. Die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung hat nach Ansicht der Initiatoren bundesweiten Modellcharakter.

Die Praxen sollen dabei auch einen Teil der bislang stationär vorgehaltenen Leistungen übernehmen, andere Leistungen werden in das benachbarte Schwesterhaus in Heide verlagert. Zunächst ist ein Erweiterungsbau geplant, anschließend soll der Umbau im laufenden Betrieb erfolgen. (di)

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