apoBank-Chef

"Wir fürchten uns vor gar nichts"

Trotz der Nullzinspolitik in Europa sieht sich die apoBank derzeit gut aufgestellt. Beim gesundheitspolitischen Jahresauftakt der Bank war auch die Digitalisierung ein Thema: Mehrere Start-ups stellten sich vor.

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DÜSSELDORF. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) blickt trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit Optimismus in das Jahr 2017. Das ist am Montagabend beim gesundheitspolitischen Jahresauftakt der Bank in Düsseldorf deutlich geworden. "Wir fürchten uns vor gar nichts", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Pfennig vor rund 500 Ärzten, Zahnärzten und Apothekern sowie anderen geladenen Gästen aus der Gesundheitswirtschaft.

2016 sei "den Umständen entsprechend besser als erwartet und damit gut gelaufen", so Pfennig weiter. Die Dividende für das abgelaufene Jahr sei gesichert und es könnten auch zusätzliche Reserven gebildet werden. In den vergangenen Jahren hatte die Genossenschaftsbank ihren mehr als 100.000 Mitgliedern jeweils 4 Prozent Dividende auf das eingezahlte Kapital ausgezahlt. Die Banken müssten in den kommenden Jahren "enorme Anforderungen an einen weiteren Kapitalaufbau" erfüllen, sagte Pfennig. Die Standesbank sei jedoch in einer guten Position, diese Anforderungen auch zu erfüllen.

Bei der Veranstaltung wurde auch deutlich, welche Bedeutung die Bank der Digitalisierung im Gesundheitswesen beimisst. Zusammen mit mehreren anderen etablierten Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft tritt die apoBank als Initiator eines Start-up-Bootcamps auf, in dem junge Unternehmen aus der Healthcare-Branche ihre Ideen zunächst präsentiert haben und dann, von Mentoren begleitet, weiterentwickeln können. Vier dieser Unternehmen zeigten ihre Lösungen am Montag in Düsseldorf und gaben so Einblick in die Möglichkeiten eines digitalisierten Gesundheitswesens der Zukunft:

coronect: An Patienten, die in Sorge sind, ein kardiales Ereignis zu erleiden, richtet sich das Unternehmen coronect, das ein Fünf-Kanal-EKG-Gerät entwickelt hat, das sogar ein korrektes EKG ableiten können soll, wenn das Gerät nicht direkt auf die Haut gelegt wird, sondern durch ein T-Shirt hindurch. Patienten sollen damit schnell abklären können, ob gerade ein Herzinfarkt bevorsteht. Das Gerät soll etwa 400 Euro kosten, die Zulassung als Medizinprodukt soll Ende des Jahres folgen.

Dermtest: Das Unternehmen aus Estland hat eine Telemedizin-Lösung entwickelt, die es Hausärzten beim Hautkrebsscreening erlaubt, online Bilder aus einem Dermatoskop an einen Dermatologen zu schicken. Der Dermatologe befundet das Bild dann, ohne den Patientennamen zu kennen. Die Befundung ist so viel einfacher, als wenn der Patient selbst zum Facharzt gehen würde.

Memoria: Die App des Unternehmens aus Israel soll Alzheimer-Patienten im Frühstadium helfen, sich im Alltag zurechtzufinden, indem anstehende Aufgaben automatisch angezeigt werden.

iRewardHealth: Das US-Unternehmen will in der Betriebsmedizin Unternehmen helfen, ihre Arbeitnehmer zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren. Das geschieht unter anderem über ein System der Belohnung, wenn bestimmte Diätvorgaben eingehalten werden oder wenn sich die Patienten mehr bewegen. (ger)

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