Kongress, 13.04.2010

DGIM-Logo

Klatschen und Tanzen für stabilen Gang: Eurhythmie im Alter halbiert Sturzrate

Bloß nicht hinfallen lautet eines der Erfolgsrezepte für ein langes Leben. Regelmäßig praktizierte Eurhythmie verhindert auch dann noch Stürze, wenn damit erst nach dem 65. Lebensjahr begonnen wird.

Klatschen und Tanzen für stabilen Gang: Eurhythmie im Alter halbiert Sturzrate

Wer sich regelmäßig zu Musik bewegt, senkt sein Sturzrisiko. © S. Gudath / imago

Professor Reto Kressig vom Lehrstuhl für Geriatrie an der Universität Basel berichtete über eine Untersuchung mit 134 älteren Menschen, denen er sechs Monate lang mehrmals pro Woche Eurhythmie verordnet hatte. Die Übungen bestanden unter anderem darin, sich zu Klaviermusik zu bewegen und in die Hände zu klatschen. Dabei wurde je nach Tonlage entweder nur geklatscht, nur gegangen oder beides zusammen.

Dieses Training zeigte Wirkung: "Nach sechs Monaten hatten wir 54 Prozent weniger Stürze als in einer vergleichbaren Kontrollgruppe", so Kressig. Unmittelbare Ursache sei eine Abnahme der Gangunregelmäßigkeit gewesen, die sich bei dualer Belastung, also "klatschen plus gehen", gut messen und vergleichen lasse.

Den Erfolg macht offenbar vor allem die Kombination aus Bewegung und Musik aus. Dadurch werden Areale im Frontalhirn aktiviert, die für komplexe Abläufe und damit auch für die Gangsicherheit zuständig sind. "Krafttraining alleine erhöht zwar auch im Alter die Muskelkraft, hatte aber in zahlreichen Studien keinen überzeugenden Effekt auf die Sturzfrequenz." (gvg)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »