Ärzte Zeitung, 22.02.2012

Interview

Sono-Grundkurs und News aus der Forschung

"Der Sono-Grundkurs ist ein Muss"

Die Präsentation der Sonderforschungsbereiche und ein Sonografie-Grundkurs sind neue Programmpunkte beim Internistenkongress im April. Für den Internisten-Nachwuchs sei der Sonografie-Grundkurs eigentlich ein Muss, betont Kongresspräsident Professor Joachim Mössner.

Ärzte Zeitung:Herr Professor Mössner, auch Ihnen als Präsident des 118. Kongresses der DGIM liegt ja die Nachwuchsförderung am Herzen. Auf was können sich speziell die jungen Kollegen beim Internistenkongress im April freuen?

Professor Joachim Mössner

"Der Sono-Grundkurs ist ein Muss"

© DGIM

Aktuelle Position: Direktor der Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie; Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie der Uniklinik Leipzig AöR

Forschungsschwerpunkte: Chronische Pankreatitis; Pankreas- und Gallenwegskarzinom; interventionelle Endoskopie; Regulation zellulärer Funktionen des Pankreas sowie Pathogenese der Pankreatitis unter Berücksichtigung genetischer und Umweltfaktoren .

Professor Joachim Mössner: Zum einen bieten wir beim Internisten kongress wieder die Veranstaltung ,Chances‘ an, das Forum für junge Mediziner.

Dabei werden unter anderem alte und neue Weiterbildungsmöglichkeiten des Internisten diskutiert, im Rahmen des ,Young Investigator Awards‘ präsentieren Autoren unter 35 Jahren in Kurzvorträgen ihre Forschungsarbeiten. Andere Themen bei ,Chances‘ sind etwa ‚Warum es sich lohnt, Hausarzt zu werden‘ oder ,Innere Medizin in Europa‘.

Ein Novum beim Internistenkongress für den Internisten-Nachwuchs ist ein zertifizierter Sonografie-Grundkurs zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin.

Ärzte Zeitung: Worum geht es da?

Mössner: Im Rahmen der dreijährigen Basis-Weiterbildung muss der Internisten-Nachwuchs selbstständig dokumentiert viele Ultraschalluntersuchungen vorweisen können. Der Sonografie-Grundkurs soll hier den Einstieg erleichtern und unterstützen.

Schwerpunkt ist die Kenntnis von normalen Strukturen sowie leicht erlernbarer häufig vorkommender pathologischer Befunde. Die Übungen finden an gesunden Probanden in Kleingruppen statt. Jeder Klinikdirektor nimmt natürlich bevorzugt einen Mitarbeiter in seine Ultraschallabteilungen, der die Basis schon kann. Insofern ist der Grundkurs eigentlich ein Muss.

Ärzte Zeitung: Neu beim kommenden Internistenkongress ist auch die Präsentation der Sonderforschungsbereiche. Welche Idee verfolgen Sie hier?

Mössner: Wir haben ja das Grundproblem, dass die reine Wissenschaft sich immer mehr in die Schwerpunkte verlagert hat. Das heißt: Wenn Sie heute top-neue Ergebnisse in der Gastroenterologie oder Kardiologie haben, dann stellen Sie diese erst einmal beim US-amerikanischen, dann beim europäischen und dann beim deutschen Gastroenterologen-Kongress vor.

"Der Sono-Grundkurs ist ein Muss"

Richtig sonografieren: Auch ein Thema beim DGIM-Kongress.

© CoverSpot / imago

Und dann ist natürlich die Motivation sehr gering oder es fehlen Zeit und / oder Geld, die heißen Daten zusätzlich noch beim Internistenkongress vorzustellen. So tendiert der Internistenkongress ein bisschen hin zu einer exzellenten Fortbildungsveranstaltung auf höchstem Niveau; er ist aber keine wissenschaftliche Veranstaltung, bei der Originaldaten vorgestellt werden.

Um letztendlich zu zeigen, dass der Internistenkongress nicht ein Fortbildungskongress allein ist, sondern, dass dort auch Top-Wissenschaft präsentiert wird, war meine Idee, Sonderforschungsbereiche vorzustellen.

Und das auch unter dem Gesichtspunkt: Was ist von der sogenannten Basisforschung innerhalb eines Sonderforschungsbereiches bereits im Rahmen von klinischen Studien oder neuen diagnostischen Methoden in die Klinik adaptierbar - also das berühmte neudeutsche ,from bench to bedside‘.

Ärzte Zeitung: Und wie wird diese Idee an- und aufgenommen?

Mössner: Zumindest hat mir keiner der Sprecher der Sonderforschungsbereiche einen Korb gegeben.

In Zukunft wäre es extrem spannend, wenn wir mehr Schnittstellenforschung vorstellen würden. Also zum Beispiel Interaktionen der unterschiedlichen Schwerpunkte. Wenn wir wissenschaftliche Ergebnisse haben, von denen man sagen kann, die könnte ich jetzt sowohl beim Onkologen - als auch beim Gastroenterologenkongress vorstellen, da wäre Wiesbaden dann eigentlich ein optimales Forum.

Leider sind wir noch nicht so weit und es läuft auch noch nicht so viel Forschung interdisziplinär zwischen unterschied lichen Schwerpunkten in der Inneren Medizin.

Die Fragen stellte Marlinde Lehmann

Weitere Infos und Anmeldung zum Sonografie-Grundkurs: www.dgim2012.de (unter: Themen und Struktur / Fortbildungskurse).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »