Ärzte Zeitung online, 17.04.2018

Auszeichnung

Paul-Martini-Preis für Forschung zu Haarzell-Leukämie

Professor Thorsten Zenz hat für seine Forschungsarbeit über die genetischen Veränderungen bei Haarzell-Leukämie den Paul-Martini-Preis 2018 erhalten.

Paul-Martini-Preis für Forschung zu Haarzell-Leukämie

Prof. Dr. med. Thorsten Zenz vom Universitätsspital Zürich, Paul-Martini-Preisträger 2018, erläutert seine Forschung.

© Paul-Martini-Stiftung / T. Böhm

MANNHEIM. Für seine Arbeiten über die genetischen Veränderungen bei Haarzell-Leukämie (HCL) ist Professor Thorsten Zenz vom Universitätsspital Zürich mit dem diesjährigen Paul-Martini-Preis 2018 ausgezeichnet worden.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Berliner Paul-Martini-Stiftung für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen. Die Verleihung fand bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Mannheim statt.

Professor Zenz sorgte mit seiner Forschung für vertiefende Erkenntnisse der genetischen Veränderungen bei HCL. Damit habe er die Grundlage für eine zielgerichtete, personalisierte Behandlung dieser Erkrankung gelegt, betonte die Stiftung in einer Mitteilung.

"Insbesondere konnte er zeigen, dass ein bereits erfolgreich bei bestimmten Melanompatienten eingesetzter BRAF-Hemmer in geringerer Dosierung auch bei HCL wirksam ist."

Doch nicht immer sei die Therapie wirksam. Warum, klärte Zenz ebenso auf. Der Grund: Bei manchen Haarzellen sorgen zusätzliche Veränderungen in anderen Genen dafür, dass die Zellteilung noch auf andere Weise angestachelt wird.

Mutationen gefunden

Wie die Paul-Martini-Stiftung weiter ausführte, fand Zenz durch umfassende Sequenzierung erhebliche genetische Unterschiede zwischen den HCL-Zellen von verschiedenen Patienten, und auch Mutationen – etwa im Zellzyklus-Inhibitor-Gen CDKN1B oder im Histonmethyltransferase-Gen KMT2C. Jeweils bei rund 15 Prozent der Patienten seien diese Mutationen entdeckt worden, hieß es.

"Die Arbeiten von Professor Zenz zeigen, was die systematische Untersuchung von Mutations-, Expressions- und Methylierungsstatus bei Tumorzellen für eine immer stärker individualisierte Krebstherapie leisten kann", würdigte Professor Stefan Endres von der LMU München die Arbeiten im Namen der sechsköpfigen Jury.

Preisträger Professor Thorsten Zenz ist Leitender Arzt in der Klinik für Hämatologie am Zentrum für Hämatologie und Onkologie des Universitätsspitals Zürich. Die mit dem Paul-Martini-Preis 2018 prämierten Arbeiten entstanden zu seiner Zeit am Universitätsklinikum Heidelberg und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), in der er zudem Leiter der Abteilung Molekulare Therapie in der Hämatologie & Onkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg war. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Lärm und Stress im Beruf sind Gift fürs Herz

Mit zunehmendem Lärmpegel im Job steigt offenbar das KHK-Risiko, so eine Studie. Besonders groß ist die Gefahr bei denjenigen, die unter hohem psychischen Druck stehen. mehr »

Viel Alkohol führt früh in die Demenz

Alkoholmissbrauch ist einer Studie zufolge der mit Abstand wichtigste Grund für eine früh beginnende Demenz. mehr »

Unerfüllter Kinderwunsch? Auch die Schilddrüse abklären!

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann bei Frauen an Störungen des Zyklus oder der Fruchtbarkeit beteiligt sein. Auch bei Männern kommt es zu Sexualstörungen. mehr »