Ärzte Zeitung, 07.06.2005

Botulinumtoxin A beruhigt den Detrusor

Die Blasenkapazität steigt, und der Blasendruck nimmt ab / Ergebnis einer Placebo-kontrollierten Studie

HAMBURG (nie). Patienten mit Detrusor-Hyperaktivität können mit Botulinumtoxin-A-Injektionen wirksam behandelt werden. "Mit dem Wirkstoff können auch bei Patienten mit gleichzeitiger Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) sehr gute Erfolge erzielt werden", sagt Professor Wolfgang Jost.

Die meisten Patienten mit Blasenhyperaktivität haben auch eine Blasenfunktionsstörung mit einer Spastik des äußeren Blasenschließmuskels und der Beckenbodenmuskulatur, die durch eine Schädigung des Rückenmarks hervorgerufen wird.

Das hat der Leiter des Fachbereiches Neurologie und klinische Neurophysiologie an der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden bei einem Symposium des Unternehmens Pharm-Allergan in Hamburg berichtet. In einer bisher noch unveröffentlichten, Placebo-kontrollierten Studie konnte nachgewiesen werden, daß auch bei diesen Patienten mit Botulinumtoxin A (von dem Unternehmen als Botox® erhältlich) nach zwölf bis 36 Wochen Therapie die Blasenkapazität deutlich steigt.

Der Blasendruck nahm signifikant ab, nachdem das Bolutinumtoxin A an 30 verschiedenen Stellen der Detrusormuskulatur gespritzt worden war. Die Patienten mußten weniger Medikamente einnehmen, um die Blasenentleerung zu kontrollieren. Und bei den mit Botulinumtoxin A behandelten Patienten habe die Rate der Inkontinenz-Episoden etwa um die Hälfte abgenommen, berichtete Jost.

Bei den Patienten in der Placbeo-Gruppe war dagegen kein Rückgang der Inkontinenz-Episoden zu verzeichnen. Das Botulinumtoxin A wurde in Dosierungen von 200 Einheiten und 300 Einheiten verabreicht. In der Wirksamkeit habe es keinen signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Dosierungen gegeben, berichtete Jost.

Der maximale Effekt der Behandlung trat nach sechs Wochen auf. Die Lebensqualität der Patienten sei durch die Therapie deutlich verbessert worden, so Jost. Unerwünschte Wirkungen habe es nicht gegeben. Es bleibe nun zu hoffen, daß Botulinumtoxin A auch für die Behandlung von Patienten mit Detrusor-Hyperaktivität und DSD zugelassen werde.

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