Ärzte Zeitung, 18.11.2005

Tips zur Intubation und Venenpunktion

Notfälle bei Kindern

DÜSSELDORF (sko). Werden Notärzte zu Säuglingen oder Kleinkindern gerufen, haben sie meist hauptsächlich mit zwei Problemen zu kämpfen: mit Atemnot durch einen Laryngospasmus und mit dem venösen Zugang. Dr. Alexander Dorsch, Anästhesist aus Haimhausen, hat beim Medica-Kongreß berichtet, worauf es in solchen Notfallsituationen ankommt.

"Der häufigste Grund für eine Atemnot bei Säuglingen ist eine Einengung des subglottischen Raums", sagte Dorsch. Denn dies sei der empfindlichste Bereich im Körper von Säuglingen und Kleinkindern. "Bei älteren Kindern ab sechs Jahren verwächst sich solch ein Pseudokrupp dann".

Müssen Säuglinge und Kleinkinder intubiert und beatmet werden, ist dementsprechend äußerste Vorsicht geboten, damit die Luftröhre nicht durch Druck oder Schnitte verletzt wird. Bei der Wahl des richtigen Tubus gilt: Der Tubus sollte so breit sein wie der Nagel des kleinsten Fingers des Patienten.

Da der Kehlkopf bei Kindern höher steht als bei Erwachsenen, sollte der Kopf bei der Intubation weder gebeugt noch gestreckt sondern in einer neutralen Position gehalten werden. Ist nach dem Einführen die schwarze Markierung, mit der die Tuben am unteren Ende gekennzeichnet sind, oberhalb der Stimmritze sichtbar, liegt der Tubus richtig.

Ebenso wie die Versorgung mit Sauerstoff kann die Venenpunktion bei Säuglingen größte Probleme bereiten, wie Dorsch weiter berichtete: "Wenn Sie mal einen Zugang haben, hüten Sie den wie Ihren Augapfel, es könnte Ihr letzter sein!" Doch besonders bei dicken Kindern ist die Venenpunktion manchmal schier unmöglich.

Im Notfall - also bei vitaler Indikation wie Reanimation und nach zwei bis drei frustranen Versuchen der peripheren Punktion - ist die intraossäre Punktion unter Umständen die letzte Rettung. Dabei wird eine starre Punktionskanüle mit schraubenden Drehbewegungen in die proximale mediale Tibia eingebracht.

"Über diesen Zugang kann man mit einer Druckinfusion bis zu 40 ml/min infundieren". Dabei werden Flüssigkeit und Medikamente durch den Blutschwamm im Knochengewebe aufgenommen - ebenso gut wie bei der i.V.-Infusion, denn die Dosierungen ändern sich nicht.

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