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Mehr Babys durch IVF plus Nadeln und Kräuter

MÜNCHEN (bib). Moderne westliche und traditionelle chinesische Medizin (TCM) stellen keine unüberbrückbaren Gegensätze dar, sondern können sich sinnvoll ergänzen - etwa bei Unfruchtbarkeit. So eignet sich Akupunktur bei funktionellen Ursachen und adjuvant zu den üblichen reproduktionsmedizinischen Behandlungsmethoden. Für die individuelle Therapie mit chinesischen Heilkräutern bei Infertilität ist fundiertes TCM-Wissen notwendig.

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Unerfüllter Kinderwunsch belastet betroffene Paare erheblich, und während einer reproduktionsmedizinischen Behandlung wird das oft noch schlimmer. Das ganzheitliche Prinzip der TCM kann dann eine große Hilfe sein: "Viele Frauen sind überaus dankbar, wenn in der für sie häufig als kalt und technisch empfundenen Reproduktionsmedizin ein Verfahren angewendet wird, durch welches das Wohlbefinden gesteigert wird", so Dr. Birgit Seybold vom Städtischen Krankenhaus in München-Neuperlach.

Wenn darüber hinaus eine Schwangerschaft eintrete, erspare das den Patientinnen viele Ängste, Umstände und körperlichen Streß durch weitere Behandlungen, so die Frauenärztin (Der Gynäkologe 12, 2004, 1115).

In verschiedenen Studien ließen sich nach Seybolds Angaben durch Akupunktur bei Männern Spermienqualität, -motilität und -anzahl, sowie die Fertilisierungsraten bei intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) verbessern. Bei Frauen konnten mit Akupunktur, Elektroakupunktur und chinesischen Heilkräutern Hormonwerte wie FSH (Follikel-stimulierendes Hormon), Östrogene und Progesteron reguliert, Ovulationen ausgelöst und letztlich die Schwangerschaftsraten durch natürliche Empfängnis gesteigert werden.

Andere Studien belegen die Wirksamkeit von Akupunkturverfahren begleitend zur konventionellen reproduktionsmedizinischen Behandlung. So wurden von 160 Frauen, die vor und nach dem Embryonentransfer in Zusammenhang mit einer künstlichen Befruchtung entweder akupunktiert wurden oder nicht, in der Akupunktur-Gruppe 43 Prozent schwanger. Ohne Akupunktur waren es lediglich 26 Prozent.

Wird Akupunktur adjuvant zu den üblichen reproduktionsmedizinischen Behandlungsmethoden angewandt, kann sie nach Seybolds Angaben standardisiert erfolgen, in nur einer Sitzung über 20 Minuten. Für die individuelle, ganzheitliche Therapie seien bis zwei Sitzungen pro Woche über mehrere Wochen erforderlich.

Eine fundierte Ausbildung und Erfahrung in TCM sind dabei unabdingbar. Seybold: "Chinesische Heilkräuter dürfen auf keinen Fall ohne genaue und sichere Diagnose des Krankheitssyndroms bei einer Patientin verordnet werden, da bei falscher Anwendung schwere Nebenwirkungen auftreten können."

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