Ärzte Zeitung, 23.11.2006

Viele Produktionsschritte bis zur sterilen Nadel

Bis eine Akupunkturnadel steril in der Hand des Therapeuten liegt, müssen einige Produktionsschritte durchlaufen werden:

Große Unternehmen verfügen über eigene Drahtziehereien. Meist aber werden Edelstahldrähte auf Rollen oder in Ringen zugekauft. Hier entstehen bereits die ersten Qualitätsunterschiede. Die Drähte können hochpoliert sein, ohne Richtmarkierungen auf der Oberfläche und, wie der Fachmann sagt, hartgezogen. Der Härtegrad spielt eine entscheidende Rolle bei der Spitzenherstellung.

Die Drähte, zumeist als Ringe geliefert, werden zuerst gerade gerichtet. Danach werden die so erhaltenen Stäbe auf doppelte Akupunkturnadellänge geschnitten und im Bündel auf traditionellen Schleifmaschinen beidseitig angespitzt. Jede Nadel aus dem Bündel von etwa 1000 Nadeln muß mehrfach die Schleifscheibe drehend berühren. Danach werden die Nadeln mittig getrennt und von Hand an der Polierscheibe hin und herbewegt.

Nun werden die Griffe einzeln an einer kleinen Maschine gewickelt. Es entsteht eine Schnur von Akupunkturnadeln, die mit einer kleinen Schere getrennt werden. Auf einer Art Amboß werden die Griffe festgeschlagen, besser festgepreßt.

Anschließend werden mehr oder weniger aufwendig das Festsitzen des Griffes, die zentrische Führung des Nadelschaftes im Griff und die Spitze kontrolliert. Die Sammlung der geprüften Nadeln wird in große Kartons gelegt und zur Verpackungsstraße transportiert.

Hier werden die Nadeln gereinigt, gegebenenfalls nochmals geprüft, im Reinraum getrocknet und von Hand dann in die Blisterverpackungen auf den Verpackungsmaschinen eingelegt. Die fertigen Blister, meist mit 10 Nadeln Inhalt, werden in die Umverpackung gesteckt. Die Nadelpackungen werden wieder von Hand in große Kartons eingeschichtet, geschlossen und durch die Sterilisationsanlage geführt. Bernd J. Kreutner

Lesen Sie dazu auch:
Akupunkturnadeln werden in China oft von Hand gefertigt

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