Ärzte Zeitung, 10.03.2005

UN sprechen sich für totales Klonverbot aus

Umstrittene Deklaration ist völkerrechtlich nicht bindend / Viele Länder wollen therapeutisches Klonen erlauben

NEW YORK (dpa). Nach langem Ringen hat die UN- Vollversammlung am Dienstag eine von den USA forcierte Deklaration für ein totales Klonverbot angenommen.

84 Staaten stimmten für die völkerrechtlich nicht bindende Erklärung, mit der alle Regierungen aufgerufen werden, durch ihre nationale Gesetzgebung alle Formen des Klonens von Menschen zu unterbinden. Allerdings votierten 34 Nationen dagegen, 37 enthielten sich der Stimme.

Deutschland stimmte für die Deklaration. Andere europäische Länder votierten mit Nein, darunter Großbritannien und Frankreich.

Vor allem die USA hatten sich für die von Costa Rica eingebrachte Verbotsdeklaration stark gemacht, die von vielen katholisch dominierten Staaten unterstützt wurde.

Die praktischen Folgen der Erklärung für die Genforschung bewerteten Fachleute jedoch als unbedeutend, da kein Land gezwungen werden könne, sich daran zu halten. Zwar bestand im Verhandlungsprozeß weitgehend Übereinstimmung darin, daß das sogenannte reproduktive Klonen zum Herstellen von Babys unterbunden werden soll. Jedoch machten jene Länder, in denen das sogenannte therapeutische Klonen von Stammzellen zur Suche nach Heilmethoden für schwere Krankheiten erlaubt ist, von vornherein deutlich, daß sie dies nicht einschränken würden. In Deutschland sind beide Klonformen verboten.

Viele Länder machten umgehend nach der Abstimmung klar, daß sie keineswegs ein totales Klonverbot durchsetzen werden. Der britische UN-Botschafter nannte die Deklaration "verschwommen". Ihre Unterstützer hätten keine Rücksicht darauf nehmen wollen, daß souveräne Staaten für sich selbst entscheiden können, ob sie medizinisches Klonen erlauben oder nicht.

Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion Maria Böhmer begrüßte die Deklaration, bedauerte aber, daß sie nicht rechtsverbindlich sei.

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