Ärzte Zeitung, 17.01.2007

Weiteres Alzheimer-Gen identifiziert

TORONTO (ple). Forschern ist es gelungen, eine weitere Genveränderung zu identifizieren, die zur Alzheimer-Entstehung beiträgt. Diese Entdeckung stützt die Hypothese, dass das Eiweiß Beta-Amyloid ursächlich an der Alzheimer-Pathogenese beteiligt ist. Zudem wird die Vakzine- und Arznei-Entwicklung vorangetrieben.

In der Studie über fünf Jahre wurden Gen-Daten von mehr als 6000 Menschen verschiedener Ethnien ausgewertet. Studienteilnehmer stammten unter anderem aus Nordeuropa oder waren afro-amerikanischer Abstammung (Nature Genetics-Online).

Wie die Forscher um Professor Peter St. George-Hyslop aus Toronto berichten, waren in der Studie Veränderungen im Gen SORL1 mit der häufigsten Alzheimer-Demenz LAD (late onset Alzheimer’s Disease) assoziiert. Diese Demenzform ist mit 90 Prozent die häufigste Alzheimer-Demenz. Die Patienten erkranken ab 65 Jahren.

Das jetzt identifizierte Gen enthält den Bauplan für ein Eiweißmolekül, das die Entstehung von Beta-Amyloid verhindert. Bei Alzheimer-Patienten ist das Gen so verändert, dass weniger SORL1-Moleküle gebildet werden. Die Folge: Neurotoxisches Beta-Amyloid sammelt sich in Plaques im Gehirn der Alzheimer-Patienten an.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Bei Alzheimer auf dem richtigen Weg

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »