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Bei Alzheimer auf dem richtigen Weg

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Sie sind auf dem richtigen Weg - die Alzheimer-Forscher, die jetzt ein weiteres Gen entdeckt haben, das für die Alzheimer-Pathogenese von Bedeutung ist.

Die Entdeckung fügt sich gut in die von vielen Wissenschaftlern favorisierte Hypothese, nach der die häufigste Form der Alzheimer-Demenz auf der toxischen Wirkung des Proteins Beta-Amyloid in den Alzheimer-Plaques beruht. Denn das Protein, dessen Bauplan in dem jetzt analysierten Gen SORL1 steckt, ist in veränderter Form eine wichtige Komponente in jener Kaskade, an deren Ende das toxische Beta-Amyloid steht.

Normalerweise sorgt das Eiweiß SORL1 dafür, dass das physiologische Vorläufermolekül des Beta-Amyloids in den normalen Zellstoffwechsel gelangt. Ist das SORL1-Gen verändert, wird zu wenig von dem dazugehörigen Eiweiß gemacht, Beta-Amyloid häuft sich an. Tatsächlich haben Alzheimer-Patienten zu wenig an SORL1-Eiweißmolekülen im Gehirn - dafür massenhaft Beta-Amyloid in den Plaques.

Mit dem Forschungserfolg stützen die Wissenschaftler die Bemühungen, eine Alzheimer-Vakzine auf der Basis von Beta-Amyloid zu entwickeln. Die Entdeckung der neuen genetischen Zusammenhänge hat somit auch Einfluss auf die Anstrengungen im Kampf gegen Morbus Alzheimer - sei es auf die Entwicklung eines sichereren Impfstoffs oder auf die Suche nach neuartigen Arzneien gegen die Demenz-Krankheit. Eine Ermutigung für alle beteiligten Forscher.

Lesen Sie dazu auch: Weiteres Alzheimer-Gen identifiziert

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