Ärzte Zeitung, 11.06.2007

Wahl des Homöopathikums je nach Symptomen

Bei Fieber, Husten, Bauchschmerzen und anderen akuten Beschwerden haben sich Homöopathika gut bewährt

Bei vielen akuten Krankheiten, die bei Kindern, Kleinkindern und Säuglingen häufig auftreten, haben sich Homöopathika gut bewährt, zum Beispiel bei Fieber, Husten und Bauchschmerzen.

Die Liste der möglichen Homöopa-thika ist lang, die Wahl orientiert sich an den unterschiedlichen Symptomen und Modalitäten. Hier eine Auswahl der wichtigsten homöopathischen Mittel:

  • Fieber: Bei plötzlichen Beginn und raschem Fieberanstieg ist Aconitum D6 die richtige Wahl. Die Haut ist dann trocken und heiß. Das Kind hat Schüttelfrost und ein blasses Gesicht. Das Kind ist ängstlich, unruhig, deckt sich auf und hat großen Durst auf Kaltes. Dazu kommt ein trockener, schmerzhafter Husten. Bei plötzlichem Beginn mit hohem Fieber, feuchtheißer Haut, hochrotem Gesicht, Halsschmerzen mit hochrotem Rachen, erweiterten Pupillen und bellendem Husten, der meist nachts auftritt, hilft Belladonna D6. Entwickelt sich ein fieberhafter Infekt dagegen allmählich, mit Fließschnupfen, Reizhusten und häufigem Niesen, sollte Ferrum phosphorigem D12 verschrieben werden. Die Gesichtsfarbe der Kinder wechselt, das Allgemeinbefinden ist wenig beeinträchtigt.
  • Husten: Rumen D6 sollte gewählt werden bei Dauerhusten, bei Kitzelhusten durch den kleinsten Reiz wie Einatmen oder Sprechen. Die Kinder halten sich die Brust beim Husten und bedecken sich den Mund bei Kälte. Außerdem niesen sie viel. Spongia D6 ist das richtige Mittel bei krampfartigem, bellendem Husten, bei kruppartigem, trockenem Reflexhusten. Die Atmung der Kinder ist kurz und keuchend, die Kinder können kaum sprechen und sind Tag und Nacht heiser. Vor Mitternacht verschlimmern sich die Beschwerden. Das Mittel hat sich auch zur Begleittherapie bei Pseudokrupp bewährt. Ipekakuanha D6 schließlich hilft, wenn die Hustenanfälle mit  Atemnot und Erstickungsgefühl, Brechneigung und Schleimerbrechen und anhaltender Übelkeit sowie grobblasigem Rasseln einhergehen. Die Kinder sind atemlos, oft heiser bis tonlos, blass und erschöpft mit dunklen Augenringen. Die Zunge ist nicht belegt.
  • Blähungen und Bauchschmerzen: Schreit ein Baby besonders zwischen 16 und 20 Uhr, hat es einen Trommelbauch nach dem Essen, stößt es oft auf, gehen aber nur wenige Winde ab, dann ist Lycopodium D6 das richtige homöopathische Mittel. Typisch ist dann auch, dass die Säuglinge trotz eines großen Hungers schnell gesättigt sind, aber andererseits auch schnell wieder Heißhunger haben. Chamomilla D6 sollten Babys bekommen, wenn sie unerträgliche Schmerzen und ein heißes, verschwitztes, rotes Gesicht haben, sich oft zusammenkrampfen und die Beine anziehen und viel, ärgerlich schreien. Die Kinder wollen getragen werden, das bessert ihre Beschwerden aber nur kurzzeitig.

Holzkohle, Carbo vegetabilis D12, schließlich hilft bei Bauchkrämpfen, wenn die Kinder schon während der Nahrungsaufnahme unruhig sind und schreien, erst lange nachher aufstoßen und einen stark geblähten Bauch haben. Es gehen zudem übel riechende Winde ab. Die Beschwerden werden beim Hinlegen schlimmer. (ug)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Homöopathie in der Praxis"

Folge 14

Folge 13

Folge 12

Folge 11

Folge 10

Folge 9

Folge 8

Folge 7

Folge 6

Folge 5

Folge 4

Folge 3

Folge 2

Folge 1

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